<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>beim wort genommen &#187; Martin Zeil</title>
	<atom:link href="http://beim-wort-genommen.de/tag/martin-zeil/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://beim-wort-genommen.de</link>
	<description>weil eine Lüge über die ganze Welt laufen kann, bevor die Wahrheit ihre Stiefel angezogen hat</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Sep 2010 15:01:45 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Zeillos verwirrt</title>
		<link>http://beim-wort-genommen.de/2009/08/24/zeillos-verwirrt/</link>
		<comments>http://beim-wort-genommen.de/2009/08/24/zeillos-verwirrt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 20:14:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas Schaible</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Zeil]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://beim-wort-genommen.de/?p=14</guid>
		<description><![CDATA[In der Samstags- und Sonntagsausgabe des Fränkischen Tages vom 14./15.08.09 bat Redakteur Martin Utz den bayerischen Wirtschaftsminister, Martin Zeil (FDP), zum Interview, dem eine halbe Seite eingeräumt wurde. Zeil ist gerade unterwegs auf einer „Bratwursttour durch Oberfranken“. Vielleicht, weil es auch bei der anstehenden Wahl um die Wurst geht oder weil es einfach super volksnah [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Samstags- und Sonntagsausgabe des Fränkischen Tages vom 14./15.08.09 bat Redakteur Martin Utz den bayerischen Wirtschaftsminister, Martin Zeil (FDP), zum Interview, dem eine halbe Seite eingeräumt wurde.<br />
Zeil ist gerade unterwegs auf einer „Bratwursttour durch Oberfranken“. Vielleicht, weil es auch bei der anstehenden Wahl um die Wurst geht oder weil es einfach super volksnah und bodenständig wirken soll. Wie auch immer.<br />
Das Interview beginnt so: </p>
<p>FT: „Ist diese Wahlkampf-Bartwurst-Tour nicht schlecht für die Gesundheit?“<br />
MZ: „Gar nicht! Sie enthalten ja wertvolle Ingredienzien. Und ich habe mit der Bratwursttour vor der Landtagswahl den Grundstein für den Erfolg gelegt.“</p>
<p>Martin Zeil hat also, das zumindest steht in diesem Absatz,  behauptet, Namensvetter Utz enthalte wertvolle Ingredienzien. Interessant.[1]<br />
Nach diesem furiosen Einstieg leitet Utz kurz darauf zu den „ernsten Themen“ über.</p>
<p>FT: „Zeigt Ihnen der Fall Quelle, dass der Staat nicht alles richten kann?“</p>
<p>Einmal davon abgesehen, dass die Frage unsinnig ist, weil der Glaube, der Staat könne alles richten, völlig utopisch ist und diese Behauptung mit Ausnahme Utz’ auch keiner in den Raum gestellt hat – also einmal abgesehen von alldem,  bleibt eigentlich nur eine Steilvorlage übrig für den Vertreter einer Partei, die weithin dafür bekannt ist, dass sie lieber auf die Selbstheilungskräfte des Marktes als auf staatliche Intervention setzt; noch verworrener ist allerdings Zeils Antwort.</p>
<p>MZ: „Wir erkennen, dass viele schwierige Entscheidungen, die wir akzeptieren müssen, ihre Ursachen weit im Vorfeld der Finanzkrise haben. Insofern war es richtig, dass wir in Bayern – und generell – äußerst zurückhaltend waren. Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Auch durch den Massenkredit, den wir vergeben haben, besteht nun die gute Chance, einen guten Teil des Unternehmens zu erhalten.“</p>
<p>Die Frage lautete: Zeigt der Fall Quelle, dass der Staat nicht alles richten kann?<br />
Martin Zeil gelingt hier das Kunststück, nicht nur nicht auf die Frage zu antworten, sondern in seiner ausweichenden Antwort auch noch nichts zu sagen. Es gab also irgendwelche schwierige Entscheidungen (viele!), die irgendwann vor der Krise von irgendwelchen Leuten getroffen wurden und irgendein diffuses „wir“ erkennt das jetzt.<br />
Es gibt allerdings „aber“ auch noch eine gute Nachricht – womit zumindest geklärt wäre, dass die schwierigen Entscheidungen (viele!) vorher eher schlechte Nachrichten waren. Warum auch immer.<br />
Die gute Nachricht heißt dann, etwas ummodelliert: Wir wissen nicht, wie viel unser Massenkredit hilft, aber wahrscheinlich löst sich das Unternehmen nicht ganz auf.<br />
Das wäre wohl sogar wirklich eine gute Nachricht, hat allerdings weder einen Bezug zu den ominösen schwierigen Entscheidungen noch zu der Frage des Interviewers.</p>
<p>Später möchte Utz von Zeil wissen, welche Defizite er bei der Union sehe.<br />
Zeil sagt darauf: „Wir erwarten von der Union, dass sie sich klar bekennt, statt die FDP zu beschimpfen. Für mich ist das ein Akt der Hilflosigkeit. Mir ist unerklärlich, warum die Union nicht in der Lage ist, sich der Sorgen und Ängste der Bürger anzunehmen. Statt Konzepten für die Zukunft zeigen sich einige sehr überheblich und verhandeln schon über Ministerämter.“</p>
<p>Gut, der erste Satz kann, betrachtet man die vorausgehenden Fragen zu möglichen Koalitionen noch so interpretiert werden, dass Zeil gerne eine klare Koalitionsaussage der Union hätte. Nur: Horst Seehofer, Volker Kauder und Ronald Pofalla haben sich bereits für eine Koalition mit der FDP ausgesprochen – und fordern ihrerseits die FDP auf, Farbe (nämlich schwarz-gelb) zu bekennen.<br />
Alles Folgende enthält außer Worthülsen keine Aussage. Abgesehen von der Kritik am Feilschen um Ministerämter – das „statt Konzepte[n] für die Zukunft“.[2]</p>
<p>Leider kann ich nicht alles zitieren, das lässt das Zitatrecht nicht zu und online gibt es nur eine grobe Zusammenfassung mit einem Verweis auf die gedruckte Ausgabe.<br />
Die drei letzten (von insgesamt 14) Fragen drehen sich um Horst Schlämmer, der bei einer Kandidatur 18% der Stimmen erhalten würde, das habe eine „durchaus seriöse Umfrage“ ergeben[3] und darum,  ob man Hape Kerkelings Film „Isch kandidiere“ statt des TV-Duells von Angela Merkel und Frank(-<a href="http://www.faz.net/s/Rub5A6DAB001EA2420BAC082C25414D2760/Doc~EDACECFC4FCBA46A7978A4C2312C6E4DE~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell">Walter</a>) Steinmeier schauen solle.</p>
<p>Martin Utz <a href="http://twitter.com/MartinUtz/status/3313209699">fand</a> das Interview übrigens „spannender als gedacht“ und „Aufmacher-tauglich“ und für Martin Zeil ist zu hoffen, dass es das auch war, und nur die falschen Ausschnitte gedruckt wurden. Denn er sagte auch:<br />
„Wir haben doch ganz klar gesagt, wofür wir stehen“.<br />
Das wäre dann doch etwas arg wenig.</p>
<p>&#8212;<br />
[1] 100 Gramm Bratwurst enthalten laut <a href="http://www.test.de/themen/essen-trinken/test/-Bratwuerste/1184934/1184934/">dieser Quelle</a> übrigens „rund 20 bis 35 Gramm“ Fett. Das nur am Rande.<br />
[2] Das Verb habe nicht ich <a href="http://www.infranken.de/nc/nachrichten/lokales/artikelansicht/article/martin-zeil-findet-schlaemmer-exzellent-30700.html">weggelassen</a>!<br />
[3] Warum das Unsinn ist, <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/18-prozent/">erklärt</a> z.B. Stefan Niggemeier.</p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fbeim-wort-genommen.de%2F2009%2F08%2F24%2Fzeillos-verwirrt%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fbeim-wort-genommen.de%2F2009%2F08%2F24%2Fzeillos-verwirrt%2F&amp;style=normal&amp;service=bit.ly&amp;hashtags=Interview,Martin+Zeil&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://beim-wort-genommen.de/2009/08/24/zeillos-verwirrt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
