Beitrags-Archiv für die Kategory 'Schnell verlinkt'

Chaos Computer Club seziert Bundestrojaner: Programm mit illegalen Funktionen

Sonntag, 9. Oktober 2011 1:33

Oha, da liegt ein handfester politischer Skandal in der Luft: Der Chaos Computer Club (CCC) hat Festplatten mit (unzureichend gelöschten) Trojanern in die fachkundigen Hände bekommen und seziert, bei denen es sich nach Aussage des CCC um Bundestrojaner handeln soll. Die Untersuchung ergab unter anderem, dass diese Trojaner mehr konnten, als Bundestrojaner dürfen, zum Beispiel per Keylogger die Tatstatureingaben mitschreiben oder in regelmäßigen Abständen Screenshots anfertigen.

Gespannt, wie es weitergeht. Wie man liest, wird die morgige (heutige) FAS dem Thema einiges an Platz widmen.
Online finden sich bei der FAZ schon mal eine ausführliche Darstellung von CCC-Sprecher Frank Rieger und eine Analyse von Frank Schirrmacher; dazu ein Frage-Antwort-Stück von Kai Biermann bei Zeit-Online.
Den Untersuchungsbericht des CCC, der für den Normalnutzer wenig verständlich sein dürfte, gibt es hier als pdf.

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Es war einmal Norwegen?

Samstag, 23. Juli 2011 17:36

Christoph Bertram schreibt heute auf Zeit-Online unter der Überschrift “Es war einmal Norwegen”:

“Noch kann niemand hier wirklich glauben, was er sieht und hört. Und wenn das kleine Land mit seinen fünf Millionen Menschen irgendwann aus dem Schock erwacht, wird das Trauma dieser Tage auf alle Zeit auf ihm lasten.
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Es wird ein anderes, sich seiner Fragilität bewußteres Norwegen sein.

[...]

Und dennoch: Das Land ist nach der Katastrophe vom 22.Juli 2011 nicht mehr wie es vorher war. Der Schatten einer verwundbaren Welt wird es nicht mehr verlassen.”

Wie auf Zuruf: ein Beispiel1 für genau diese Art von unreflektierter (und floskelhafter) Idenitätskonstruktion, die ich gestern kritisiert habe.

  1. Vermutlich nicht das einzige

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Linkpfanne (5)

Donnerstag, 23. Juni 2011 15:42

Vier Lesebefehle, die mit Griechenland zu tun haben:

Stephan Kaufmann liefert in der Berliner Zeitung in zwei Artikeln die wichtigsten Fakten zu Griechenland, den Ursachen der Krise und den Hilfen.

Ein schöner Satz daraus: “Ob es dann “pleite” ist, hängt von der Bereitschaft der anderen Euro-Staaten ab, ihm mit Krediten auszuhelfen. Zwischen Staaten ist “Pleite” also ein politischer Beschluss.”

Siehe dazu auch Frank Lübberding bei weissgarnix: Die Zukunft des Euro entscheidet sich nicht in Athen

Und weil gestern die Bild-Redakteure Nicolaus Blome und Paul Ronzheimer (derjenige, der den “Pleitegriechen” die Drachme zurück” gab) für ihre Berichterstattung über die Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone den Herbert-Quandt-Medienpreis erhalten haben, sei noch ein Text von Lukas Heinser bei coffeeandtv empfohlen: Jugend hetzt.
Er rekonstruiert den Werdegang des erst 25 Jahre alten Ronzheimers und fragt sich ratlos, warum Ronzheimer schreibt, was er schreibt: “In der Person Ronzheimers, der zu diesem Zeitpunkt schon einige Drecksarbeit für die Volksverhetzungs-Taskforce von “Bild” erledigt hatte, überschritt die Zeitung an jenem Tag endgültig die Grenze zwischen Berichterstatter und Akteur. Es war ein “wir” (“Bild”, Deutschland, die Guten) gegen ein “die” (die Pleite-Griechen) geworden (…)”

Ich teile Heinsers Ratlosigkeit.

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Linkpfanne (2)

Sonntag, 28. November 2010 14:14

Neue Links, bitte sehr.

  • Dubiose Stephanie zu Guttenberg (Berliner Zeitung): Die Arbeit des Vereins Innocence in Danger, für den sich zu Guttenberg engagiert, ist der Berliner Zeitung zufolge gekennzeichnet von “undurchsichtigen Finanzen” und “dubiosen Methoden”.
  • Stuxnet (Zeit-Online): Sandro Gaycken von der FU Berlin geht der Frage nach, wer und warum den Wurm Stuxnet verbreitet hat. Weil beileibe nicht nur iranische Atomanlagen betroffen waren und viele Systeme zwar infiziert, aber nicht beschädigt wurden, vermutet Gaycken einen globalen Cyber-Waffentest.
  • Asse und Leukämie (Diverse Quellen): In der Gegend um das Atommüll-Zwischenlager Asse erkrankten in den letzten Jahren mehr Menschen an Leukämie, als, ausgehend vom Bundesdurchschnitt, die Statistik erwarten ließ (nämlich 18 statt 8). Die Gesamtzahl der Krebserkrankungen lag aber im Rahmen des Erwarteten. Man sollte sich davor hüten, jetzt Kausalitäten zu vermuten, wo vielleicht noch nicht einmal ein Phänomen vorliegt, dass nicht bloß zufällig ist – was womöglich gar nicht zu klären ist, weil die Datenlage zu dünn nicht eben befriedigend ist. (Siehe dazu auch Markus Anhäuser von Plazeboalarm bei den scienceblogs). Aber zumindest registrieren kann man die Zahlen ja mal.
  • Nordkorea (the independent): Der Independent berichtet, einer Nachrichtenagentur aus Wladiwostok zufolge verlassen die in der russischen Stadt Nakhodka lebenden Nordkoreaner scharenweise die Stadt. Mobilmachung?
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    Linkpfanne (1)

    Samstag, 27. November 2010 15:44

    Nicht, dass ich mir hiermit zum ersten Mal vornehmen würde, häufiger einfach nur Linkempfehlungen zu veröffentlichen, aber: Hiermit nehme ich mir vor, häufiger einfach nur Linkempfehlungen zu veröffentlichen. Dabei sind die verlinkten Inhalte weder zwingend herausragend geschrieben noch zwingend von hoher Brisanz; vielleicht enthalten sie noch nicht einmal Neues. Aber was ich in irgendeiner Form erwähnenswert finde, versuche ich ab jetzt zu sammeln. Alles in einem Topf – oder in einer Pfanne -, ohne Rezeptidee.
    Bisher ließ ich das Verlinken meist bleiben, weil ich glaubte, meine Leser würden sowieso auch lesen, was ich lese – aber das ist vermutlich eine bequeme Ausrede.

  • Nie gehört von 9/11 (Icosgroup.net): Ergebnisse einer Befragung von Afghanen zum Nato-Einsatz und anderem; auffallendste Zahl: 92% der 1000 Befragten aus den Provinzen Kandahar und Helmland hatten nach eigenen Angaben noch nie von den Anschlägen vom 11. September 2001 gehört. (via Jörg Lau)
  • Verdächtig wegen Musik (berlinnow.de): Dominic Herzberg schildert, wie er beim Einkaufen wegen dieses Songs von einer Frau der Polizei als verdächtig gemeldet wurde.
  • Verdächtige Nachbarn (diverse Quellen; u.a. Spiegel-Online): Zum vorherigen Link passend. Der Berliner Innensenator Erhart Körting (SPD) rudert zurück. Er hatte empfohlen, Verdächtiges wie neue Nachbarn, die sich nie blicken lassen und nur arabisch sprechen, der Polizei zu melden (Originaltext im vorherigen Link). Seine Äußerung sei “möglicherweise unglücklich” gewesen. Ich fand ja eher: erschreckend.
  • Korea-Konfilkt (Süddeutsche.de): Der südkoreanische Marine-Chef droht, man werde Nordkorea den Angriff auf die Insel Yeonpyeong “hundert- und tausenfach zurückzahlen”. Man darf, langsam, aber sicher, nervös werden.
  • Nordkoreas Motivation (Deutschlandfunk): Die möglichen Motive Nordkoreas und den allgemeinen Hintergrund erklärt ein Hintergrund des DLF.
  • Kein Link, weil ich den Text online nicht finde: In der aktuellen Zeit auf Seite 3 beschreibt Andrea Böhm die Rolle Muammar al-Gaddafis als Türsteher Europas.
  • Hexensteuern in Rumänien (Deutsche Welle): Weil dem Staat das Geld fehlt und Hexerei und Wahrsagerei weit verbreitet ist, will Rumänien jetzt Steuern auf diesen und anderen Hokuspokus erheben.
  • Euro-Krise (weissgarnix.de): Thomas Strobl glaubt mittlerweile auch, dass der Euro wieder “von der Bildfläche verschwinden wird”, und zwar nicht aus ökonomischen, sondern aus politischen Gründen. Die aufgezwungene Austerität in den Krisen-Staaten werde keine neuen Jobs schaffen, auf Dauer führe das dann in die politische Krise. Wie immer sind auch die vielen Kommentare empfehlenswert. Auch dort erfrischend klare Worte von Strobl: “Wer glaubt, dass der Euro eine Zukunft hat, plädiert implizit für die Transferunion; wer das nicht will, fine by me, aber der redet dem politischen Scheitern des Euro das Wort.” Danke.
  • Dobrindt (Hamburger Abendblatt): CSU-Generelsekretär holt einmal mehr zum verbalen Tief- und Rundumschlag aus. Die Grünen seien “keine Partei, sondern der politische Arm von Krawallmachern, Steinewerfern und Brandstiftern” und mit ihnen sei keine verantwortungsvolle Politik zu machen. Wen er damit mehr getroffen hat: die Grünen oder sich selbst?
  • Republikanische Blockade: Paul Krugmann konstatiert, die Republikaner hätten kein Interesse, die USA regierbar zu machen, es sei denn, sie regierten selbst. (Ein ähnlicher Artikel findet sich in der aktuellen Zeit).
  • Wikileaks (Diverse Quellen): Wikileaks kündigt einen neuen Leak an, wesentlich umfangreicher als die Irak-Dokumente mit 400 000 Seiten. Es sollen diplomatische Akten sein – natürlich der USA. Die kontaktieren vorsorglich schon einmal ihre Partner. Neues dazu bei twitter: @wikileaks.
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    Schnell verlinkt: Wenn der Staat zum Hehler wird

    Dienstag, 2. Februar 2010 15:30

    Felix Neumann beschreibt lesenwert seine[1] Haltung zur Frage, ob denn der Staat illegal beschaffte Daten über vermutete Steuerhinterzieher aus der Schweiz kaufen dürfe und solle.

    Felix Neumann – Stehler, Hehler und Befehler

    ———-
    [1] Und meine. Deshalb spare ich mir auch die Zeit, einen eigenen Kommentar dazu zu verfassen. Er sähe dem verlinkten sehr ähnlich.

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    Schnell verlinkt: 8 Jahre alt und auf Terrorliste

    Freitag, 15. Januar 2010 13:58

    Schnelle Linkempfehlung: Die taz berichtet über einen achtjährigen Pfadfinder aus New Jersey, der seit seiner Geburt auf einer Terrorliste steht und bei jedem Flug gesondert kontrolliert wird…
    Lesen

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    Ein Video, das glücklich macht

    Dienstag, 12. Januar 2010 23:19

    Ja, ich weiß, eine sehr große Überschrift.
    Das hier hat auch, einmal mehr, nicht wirklich etwas mit den Themen dieses Blogs zu tun, aber Flauschcontent soll ja, so hört man, in anderen Blogs durchaus für eine nette Abwechslung sorgen.
    Nun muss ich natürlich befürchten, dass ein schon einige Jahre laufendes und von insgesamt sicher weit mehr als 50 Millionen Menschen geklicktes youtube-Phänomen so wirklich neu und unbekannt nicht ist – aber ich bin erst jetzt auf “Where the hell is matt?” gestoßen. (Über einen Professor, der sich damit nach eigener Aussage beruhigt hat, als ein Gastredner in den Wirren des deutschen Bahnsystems zu verschwinden drohte).

    Worum geht es: Ein junger Mann, der vorher Videospiele entwickelt hatte, hat seinen Job gekündigt, ist durch Asien gewandert, wurde von einem Freund dabei gefilmt, wie er vor irgendeiner Sehenswürdigkeit in Saigon einen lustigen Tanz aufgeführt hat, hat das Video online gestellt, wurde viel geklickt und hat dann einen Sponsor gefunden, der dafür bezahlt hat, dass er um die ganze Welt (ja, alle sieben Kontinente) fährt und an bekannten Orten lustig tanzt. Später bezahlte der Sponsor sogar noch einmal, dass er um die Welt fuhr und an bekannten Orten lustig tanzte – diesmal aber mit anderen Menschen.

    Es gibt eine Website, wo all das noch genauer steht.
    Und es gibt etliche Videos.
    Ich finde sie großartig. Ich finde die Idee großartig, ich finde es großartig, dass er es tatsächlich geschafft hat, jemandne zu finden, der ihm so etwas finanziert, ich finde die Bilder großartig und natürlich auch den Tanz. Darüber hinaus bin ich wahnsinnig neidisch auf diesen Menschen, gönne es ihm aber irgendwie auch von Herzen.

    Sollte jemand Matt noch nicht kennen: Viel Spaß!

    Thema: Humoriges, Schnell verlinkt | Kommentare (2) | Autor:

    Uni-Streik: Vollversammlung in Tübingen

    Donnerstag, 5. November 2009 12:01

    Um 16.00 findet in Tübingen eine zumindest so deklarierte Vollversammlung unter dem Motto “unibrennt” statt. Ich werde versuchen, von dort zu twittern, falls es Interessantes gibt.

    Siehe: @beimwort

    Thema: Hochschulpolitik, Schnell verlinkt | Kommentare (0) | Autor:

    Schnell verlinkt (3)

    Freitag, 16. Oktober 2009 10:01

    Meinungsforscher Klaus Kocks als Gastkommentator in der Frankfurter Rundschau: Piraten, nein danke!
    Ein Text über das Internet als “Universum unnützen Wissens, in dem niemand Geld verdient außer der Porno-Industrie, die uns listenreich mit ihrem Müll versorgt”, über Urheberrechte und die Piratenpartei, bei dem man sich zwei Dinge fragt. Erstens, warum manche Mitbürger sich offenbar nicht mit einer Diskussion auseinandersetzen wollen, zu der sie beizutragen gedenken. Und zweitens, warum die FR so einen Gastkommentar druckt. Welcher Mehrwert entsteht durch das Wiederkäuen von bereits dutzendfach gelesenen und immer noch nicht treffenderen Phrasen?
    Ich warte auf eine ausführliche Replik – habe leider dieses Wochenende keine Zeit für eine eigene.

    via carta (Originalbeitrag auf medialdigital)

    Thema: Schnell verlinkt | Kommentare (0) | Autor: