Beitrags-Archiv für die Kategory 'Linkempfehlung'

Linkempfehlung: Neandertaler und Leistungsschutzrecht

Samstag, 8. Mai 2010 14:18

Leistungsschutzrecht

iRights.info hat einen Entwurf für ein noch zu schaffendes Leistungsschutzrecht veröffentlicht und kommentiert.
(Der Artikel wurde auch bei carta veröffentlicht – dort wird auch in den Kommentaren darüber diskutiert.)

Neandertaler

Ein internationales Forschungsteam um Svante Pääbo hat gestern in der Fachzeitschrift Science erste Ergebnisse einer Analyse von Neandertaler-Gensequenzen veröffentlicht. Die Ergebnisse legen unter anderem den Schluss nahe, dass sich Homo sapiens und Homo neanderthalensis gepaart und also vermischt haben. (Hier die Mitteilung der Max-Planck-Gesellschaft)
Noch vor zwei Jahren hatten Pääbo und sein Team zunächst nur die mitochondriale DNA analysiert und keine Hinweise auf eine Vermischung gefunden.
Sollte eine fruchtbare Verpaarung stattgefunden haben, stellt sich natürlich auch die Frage, ob die Klassifizierung des Neandertalers als eigene Art aufrecht erhalten werden kann – im Sinne der klassischen Artdefinition ist das eigentlich nicht möglich. Denkbar also, dass der Neandertaler bald wieder vom homo neanderthalensis zum homo sapiens neanderthalensis rückdefiniert wird: Bis vor wenigen Jahren war diese Systematik nämlich noch etabliert.

Siehe auch die Artikel dazu bei faz.net, spiegel-online, zeit.de.

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Bistum Regensburg mahnt Stefan Niggemeier ab

Dienstag, 4. Mai 2010 22:38

Nach regensburg-digital hat das Erzbistum Regensburg nun Stefan Niggemeier auf dem Kieker. Wie er selbst so treffend bemerkt:

“Die Diözese Regensburg hat nun auch mich abgemahnt. Sie geht also nicht mehr nur gegen Artikel über ihr Verhalten im Zusammenhang mit dem Kindesmissbrauch eines Pfarrers vor elf Jahren vor. Sie geht auch gegen Artikel vor, die darüber berichten, wie sie gegen diese Artikel vorgeht.”

Verrückte Welt. Bitte bei Stefan Niggemeier die ganze Geschichte lesen, dazu seinen furiosen Artikel “Über Abmahnungen” und den inkriminierten und ebenso guten Text.

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Linkempfehlung: Bild und die Griechenland-Hetze

Mittwoch, 28. April 2010 13:29

Stefan Sichermann erklärt im Bildblog mit bitterem Sarkasmus, wie Bild man in 13 Schritten eine erfolgreiche Hetzkampagne gegen ein ganzes Land und die dort lebenden Menschen aufbauen kann.
Lesen und sich bewusst werden, wie niederträchtig diese Kampagne wirklich ist.

Leitfaden: Wie hetze ich gegen ein Land auf?

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Linkempfehlung: Neda Soltani – und es war nur ein i

Freitag, 5. Februar 2010 16:54

David Shraven erzählt bei den Ruhrbaronen (und im SZ-Magazin) in einem sehr lesenwerten Porträt die Geschichte von Neda Soltani, die von Medien aus aller Welt mit Neda Soltan verwechselt und zur Märtyrerin gemacht wurde – mit fatalen Folgen für die junge Dozentin.

Die unglaubliche Geschichte der Neda Soltani – vom Versagen der Medien und der “Social Networks”

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Hilfe für Haiti

Freitag, 15. Januar 2010 14:05

Richard Gutjahr hat dazu aufgerufen, über Soziale Netzwerke Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti, wo Hilfsorganisationen mittlerweile mehr als 100.000 Tote befürchten, zu sammeln und gebeten, den Aufruf zu verbreiten. Er meint, und das zurecht, dass es doch möglich sein müsste, sich über social networks nicht nur Informationen zukommen zu lassen, sondern auch eine Spendenaktion zu koordinieren bzw. zu verbreiten.
Das mache ich hiermit gerne.

Spenden kann man per SMS[1], per paypal oder per Bankeinzug, das Geld geht an die Aktion “care” – und in den Kommentaren findet sich auch eine lange Liste mit anderen Organisationen[2] und Spendenkonten. Für alle, die entweder nicht an care spenden mögen oder das Geld lieber klassisch überweisen oder denen die SMS-Spende zu gering ist.

Update, 15.01.2010, 14.17 Uhr: Auch Spreeblick hat heute etwas Ähnliches initiiert.

Ach ja: Wer einen Twitter- oder Facebook- oder VZ-Account besitzt oder selber bloggt, der ist herzlich dazu aufgerufen, die Links weiterzuempfehlen und weiterzuverbreiten!

—–
[1] Kostet 3,17 Euro, also den Stadard-SMS-Preis plus drei Euro, die, wie es heißt, komplett an die Organisation gehen. Das ist dann quasi das micro payment, das bei den Zeitungen nach eigenen Aussagen so viele zu zahlen bereit wären…
[2] Mir scheint ja das “Bündnis Entwicklung hilft” geeignet. Aber das ist im Endeffekt ja auch nicht so wichtig.

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Linkempfehlung – “Internet: Im Netz der Kinderschänder” (FAZ)

Samstag, 9. Januar 2010 17:08

Stefan Tomik hat für die FAZ einen sehr langen Artikel rund um den Themenkomplex Kindepornographie im Internet geschrieben und dabei auch die Möglichkeit der Internetsperren angesprochen.
Der Text mäandert irgendwo zwischen fundiert, informativ und plump agitierend hin und her. Es ist erkennbar, dass der Autor sich mit dem Problem als Ganzem, der Diskussion um die Sperren und auch den Argumenten der Gegner genauso auseinandergesetzt hat wie mit der rechtlichen Situation in Deutschland und Dänemark oder dem Vorgehen der Ermittlungsbehörden. Kurz: Man merkt, dass er weiß, wovon er schreibt – was an sich selbstverständlich sein sollte, es gerade bei diesem Thema aber nicht immer war. Und dennoch bleibt am Ende irgendwie der Eindruck zurück, all die zusätzlichen Informationen, die beschriebenen Randaspekte, die Einzelfälle, all diese interessanten Punkte bildeten nur den Rahmen, um, mal mehr mal weniger unverhohlen, für Internetsperren zu argumentieren oder eher: Stimmung zu machen.

Etwa wenn es heißt:

Darüber soll Vogt aber nicht sprechen. Auch „politische“ Fragen möge man bitte gar nicht erst stellen, bittet sein Chef. Und so darf Vogt auch nicht seine Meinung über die Internetsperren kundtun, die die Verbreitung von Kinderpornographie im Netz erschweren sollten und nun zunächst doch nicht eingeführt werden.

Und wenn dann nach diesen Sätzeen ausführlich von Peter Vogts Verdiensten im Kampf gegen Kinderpornographie erzählt wird, so dass ein Zusammenhang suggeriert wird, der so nicht gegeben ist.

Oder wenn von einer “Kampagne” der “Internetgemeinde” die Rede ist, die “erfolgreich” verhindert habe, dass die Sperren eingeführt werden, weshalb nun das BKA “wie bislang versuchen [soll], die Seiten löschen zu lassen, auch wenn sie im Ausland bereitgestellt werden. Den Zugang zu ihnen sperren darf es nicht.”

Oder wenn Tomik das offenbar schier unendliche Angebot an Kinderpornographie im frei zugänglichen WWW schildert:

Ein paar Mausklicks und Suchbegriffe genügen, um in die Online-Welt der Kinderschänder einzutreten. Unzählige Seiten zeigen Hunderte Bilder von Teenagern in aufreizenden Posen, bei sexuellen Handlungen untereinander oder mit Erwachsenen. Ein Klick auf ein beliebiges Bild führt zu weiteren Seiten mit weiteren Bildern. Motive wiederholen sich, doch das Angebot scheint unendlich.

Unabhängig davon, dass auch der Autor selbst das gar nicht wissen können dürfte, weil es verboten ist, solche Seiten anzusurfen, kann natürlich auch kein Leser diese Angaben nachprüfen – weil es verboten ist, solche Seiten anzusurfen. So muss man unbesehen und unbelegt glauben, was hier beschrieben ist, auch wenn es durchaus anderslautende Darstellungen gibt.

Und vor allem verschweigt der Autor, dass in Deutschland eigentlich nicht die fehlende Wirksamkeit der Sperren Hauptkritikpunkt war und dass es vielmehr darum ging, dass das im Zugangserschwerungsgesetz beschriebene Vorgehen mit den Prinzipien des Grundgesetzes nicht vereinbar ist.
So schneiden die Sperrgegner, schneidet die ominöse Internetgemeinde im Text nicht allzu gut ab, werden doch die wichtigsten Bedenken ausgeklammert und nur erwähnt, letztere habe in dem Vorhaben Zensur gesehen, was danach klingt, als seien diese Ängste lediglich eingebildete gewesen.

Nichtsdestotrotz, der Artikel ist lesenwert und es schadet sicher keinem Sperrgegner, sich mit der Gegenseite auseinanderzusetzen.

Lesen!

Siehe auch: Übersichtsartikel: Von der Leyen und die Kinderpornographie

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Uni-Besetzungen in Österreich weiten sich aus

Donnerstag, 29. Oktober 2009 21:13

In Österreich wehren sich die Studenten gegen ein Bildungssystem, das sie als ungerecht und unangemessen empfinden.
Zunächst besetzte eine Gruppe das Audimax der Uni Wien, mittlerweile haben sich die via facebook, twitter, ein wiki und eine Homepage organisierten Proteste ausgeweitet.
Mittlerweile haben sich unter anderem auch einige Hochschullehrer der Uni Wien solidarisch erklärt.

Es empfiehlt sich vermutlich, ein Auge auf die Situation zu haben.

Info:

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Linkempfehlung (3): Exekution fehlgeschlagen/ Hexenjagd auf Kinder in Kenia

Mittwoch, 7. Oktober 2009 19:16

Zwei Links aus der taz:

Der Untote: Grausamer Hinrichtungsversuch – über den Todeskandidaten Romell Broom, dessen Exekution abgebrochen werden musste, weil man keine passende Vene für die Giftspritze fand.

Hexenjagd auf nigerianische Kinder: Irgendwann glauben sie es selbst – Ein Artikel, der sich mit den Hexenjagden in Kenia auseinandersetzt, auf die ich hier neulich schon hingewiesen habe. Neuerdings sind auch immer mehr Kinder betroffen.

Lesen!

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Linkempfehlung (2): Hexenjagd in Kenia

Donnerstag, 24. September 2009 5:16

Diesmal gibt es schwere Kost: Am vergangenen Sonntag sendete der ohnehin immer hochgradig empfehlenswerte ARD-Weltspiegel (Sonntag, 19.20 bis 20.00 Uhr, ARD) einen, nun, hochgradig empfehlenswerten Beitrag mit dem Titel “Kenia – mörderischer Hexenwahn”. Darin berichtet Jochen Hütte über die immer noch existierenden Hexenjagden in Kenia.
Zwar scheint sich die konkrete Geschichte, die der Weltspiegel erzählt, bereits im Jahr 2008 zugetragen zu haben – das jedenfalls legen verschiedene Zeitungsberichte über eine Mordwelle und ein angebliches Hexenbuch bei Kisii nahe -, doch war mir das Phänomen bisher nicht bekannt.
Dass Geisterkulte und der Glaube an Okkultes in Afrika auch heute noch verbreitet sind, ist genauso wenig neu wie die Verfolgungen von Albinos: aber wirklich zu sehen, wie eine Horde mordlüsterner Menschen mit Knüppeln und brennenden Ästen auf vermeintliche Hexen losgeht, schockiert.
Ansehen und auch die unten verlinkten Artikel lesen.

Weltspiegel-Beitrag als Video und als Transkript

Außerdem ein weiterführender und ausführlicher Artikel von Marc Engelhardt, der u.a. für die taz und die Berliner Zeitung arbeitet, für welt-sichten: Hexenjagd in Afrika

Und, etwas weg von der Thematik “Hexerei”: eine Reportage von Wolfgang Bauer aus dem Jahr 2003 über “Kettenmenschen” in Afrika.

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Linkempfehlung (1): SPD will Presse retten

Donnerstag, 24. September 2009 3:39

Spiegel-Online berichtet über so absurde wie diffuse Pläne der SPD, den Qualitätsjournalismus, also den Printjournalismus, zu retten. Macht man derzeit ja gerne, da bei der SPD.
Und die SPD möchte den Trend, dass immer mehr junge Menschen das Internet als wichtigste Informationsquelle sehen, “stoppen, wenn er sich schon nicht umkehren lässt”.
Oh weh.

Klicken und lesen.
(Dieser weiterführende Link lohnt übrigens auch einen Klick).

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