Antje Schrupp über Zizek und Revolutionen

Antje Schrupp liest Slavoj Zizek und kommt zu dem Schluss, dass von ihm und ähnlich Denkenden “keine Revolution zu erwarten” ist – und zwar “glücklicherweise”.

Schönes Zitat über die Sehnsucht vieler Linker nach der großen Krise oder den gr0ßen Knall, dem dann die revolutionäre Neuordnung folgen soll, und eine andere Art, gesellschaftliche Veränderungen zu beeinflussen:

Er [Zizek; J.S] geht zwar nicht mehr so weit wie die Theoretiker_innen der RAF, die eine solche Krise [als revolutionärer Moment des radikalen Umbruchs; J.S] auf Teufel komm raus aktiv provozieren wollten, aber er sagt auch, dass man nicht zu ihrer Vermeidung beitragen sollte, dass man keine Angst haben darf, vieles von dem, was man hat und schätzt, zu verlieren.

Ich habe, ehrlich gesagt, schon Angst davor. Denn es ist einfach Fakt, dass bei solchen Krisen und „Ereignissen“ massenweise Menschen sterben und ebenso massenweise Menschen unvorstellbar leiden müssen. Ob es nun die zusammenbrechenden Finanzmärkte, der nächste Krieg oder die Klimakatastrophe sind – ich muss die nicht haben.

Aber wenn ein solches Ereignis, was wahrscheinlich ist, ganz ohne mein Zutun und ohne, dass ich es verhindern könnte, früher oder später eintritt – dann will ich wenigstens meinen Teil dazu beigetragen haben, dass wir darauf so gut wie möglich vorbereitet sind. Weil das, was dann geschehen wird, nämlich nichts anderes sein wird als das unausweichliche Ergebnis dessen, was wir vorher (also jetzt) tun.

Bitte lesen.

23. Januar 2012 von Jonas Schaible
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