“Nie wieder Malaria” – Tagesschau.de über Homöopathen in Afrika

Keine chemischen Keulen, ein ganzheitlicher Ansatz, sehr gute Arbeit, und ein Mann, der von Malaria geheilt wird: Ein Artikel auf tagesschau.de erzählt von der Arbeit der Homöopathen ohne Grenzen in Sierra Leone. Vergeblich sucht man nach einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Am 30.05 veröffentlichte die Website der Tagesschau einen Artikel mit dem Titel „Homöopathen ohne Grenzen – Mit Milchzuckerkugeln gegen Malaria“. Der Autor besucht die Homöopathen ohne Grenzen (HOG) in einem kleinen Dorf.
Nach kurzer Einleitung konstatiert der Autor: „Ganze Dorfgemeinden schwören auf Naturheilkunde und homöopathische Globuli. Denn die, sagen sie, helfen gegen Krankheiten aller Art – auch gegen die gefürchtete Malaria.“

Zwei deutsche Heilpratikerinnen, so erfahren wir, sitzen bei brütender Hitze in einer Hütte und versorgen die kranken Menschen. Eine der beiden darf verkünden:

“Die Anamnese läuft hier unwahrscheinlich einfach und klar […] weil die Leute hier sehr deutlich ihre Symptome beschreiben können. Und wir sind absolut überrascht, wie gut die Homöopathie hier hilft, denn die Leute sind noch sehr rein, sie leben mit der Natur und sind noch sehr sensibel vom Organismus her.”

Leider konkretisiert weder Homöopathin noch Journalist, was es heißt, sensibel vom Organismus her zu sein, wann ein Mensch rein ist und in welchem Sinne, wie man eigentlich ohne die Natur leben kann (im Gegensatz zu den Menschen in Sierra Leone, die ja noch mit der Natur leben) – und wieso all das helfen soll, die Wirksamkeit der Homöopathie zu steigern.
Anders gesagt: Der Autor verzichtet auf jede Einordnung des Beschriebenen.

„Nie wieder Malaria!”

Dann lesen wir vom Dorfältesten Usman Dao, der kein Geld für teure Medikamente habe und an Malaria erkrankt sei. Dao habe sich also zu den Homöopathen „geschleppt“. Dort habe er für lediglich 80 Cent Kügelchen bekommen – und die Malaria sei verschwunden, berichtet freudig der Patient: „Als ich diese kleinen Kügelchen gegen Malaria genommen habe, ging es mir gleich viel besser. […] Das Fieber ging runter, ich konnte sogar auf dem Feld arbeiten. Nie wieder Malaria!”

Nun ist es durchaus interessant zu sehen, dass Menschen wie dieser Dorfälteste den deutschen Homöopathen vertrauen, die ihnen Kügelchen geben, in denen „ein pflanzlicher Wirkstoff versteckt [sei], stark verdünnt, aber mit geistiger Kraft“.

Möglicherweise würde man sich als Leser aber doch fragen, was es mit dieser geistigen Kraft auf sich hat, woher sie kommt und wie sie wirkt – oder wirken soll. Man würde vielleicht gerne wissen, ob es denn denkbar ist, mit solchen Kügelchen für nur 80 Cent eine Krankheit wie Malaria zu heilen. Allein: Man erfährt es nicht.

Stattdessen kommt wieder die behandelnde Homöopathin zu Wort, die sich „durch solche Behandlungserfolge bestätigt“ sieht – dass es ein Behandlungserfolg war, dass also die Kügelchen kausal verantwortlich waren für die Genesung (und dass es überhaupt eine Genesung gab), wir hier schon als gegeben hingenommen:

„Homöopathie ist Wahnsinn. Wenn man sieht, was man damit erreichen kann, dann kann man nur dabei bleiben. Ich hab auch anders angefangen und dann alles weggelassen, weil dies das am besten wirkende Mittel war, und auch am einfachsten anzuwenden, wenn man die Prinzipien kennt.“

Wahnsinn, in der Tat: Das am einfachsten anzuwendende Mittel ist gleichzeitig das am besten wirkende Mittel? Kann das wirklich sein?
Nun. Vielleicht.
Im Text jedenfalls erfährt es der Leser nicht.

Keine chemischen Keulen, keine Nebenwirkungen, ganzheitlicher Ansatz

Stattdessen fasst der Journalist die Homöopathie noch einmal in kurzen Worten zusammen: „Keine chemischen Keulen, keine Nebenwirkungen, dafür ein ganzheitlicher Ansatz.“

Nur: Was ist ein ganzheitlicher Ansatz genau, wie sieht er aus, was ist stattdessen ein nicht-ganzheitlicher Ansatz? Was genau sind chemische Keulen? Und was ist eigentlich das Gegenstück: nicht-chemische Nicht-Keulen? Nicht-chemische Keulen? Oder chemische Nicht-Keulen?

Hier werden bekannte PR-Floskeln als journalistische Erkenntnisse verkauft, ohne auch nur kurz zu hinterfragen, was sie eigentlich bedeuten, ohne sie zu reflektieren oder wenigstens aus der PR-Sprache in Alltagssprache zu übersetzen. Das alleine ist bereits journalistisch unsauber.

Nicht bewiesen. Auch nicht widerlegt?

Noch unsauberer wird es aber im Anschluss.
Im letzten Drittel des Artikel erklärt der Autor dem Leser zum ersten Mal, dass es durchaus Kritik gibt an der Arbeit der Homöopathen ohne Grenzen. Die „Schulmedizin“ nämlich sei „skeptisch“, die Wirkung der Homöopathie „nicht wissenschaftlich bewiesen“.

Zwar wurden – getreu dem Motto: audiatur et altera pars – die Ärzte ohne Grenzen oder die Weltgesundheitsorganisation um Stellungnahme gebeten; aber als keine der angefragten Organisationen sich zu den Homöopathen in Sierra Leone äußern wollte, übernahm nicht etwa der Autor die Aufgabe, die Kritikpunkte auszuführen, sondern fuhr fort:

„Kristina Lotz [Anm. Eine der HOGs] kennt ihre Kritiker. Schon oft musste sie sich anhören, Globuli seien nichts als fauler Zauber, wirkten nur wie Placebos, also wie  Scheinmedikamente – und seien außerdem das Letzte, was arme Menschen in Afrika brauchten: “Also, da kann man reden, was man will, diese Debatte interessiert mich überhaupt nicht. Die Leute kommen, weil sie wissen, es tut ihnen gut. Heute morgen habe ich eine Frau behandelt wegen Menstruationsprobemen, jetzt sagt sie schon, es geht ihr besser. Gibt’s etwas Schnelleres? Für mich nicht. Also, ich bin wirklich überzeugt davon.”

Anstatt also die Kritik zu explizieren, wird die Kritisierte selbst mit der Aussage zitiert, was sie tue, wirke eben doch. Die Homöopathin räumt dann zwar ein, dass Homöopathie bei Aids oder Diabetes an ihre Grenzen stoße, schlussfolgert aber: Was in Deutschland funktioniere, könne in Afrika nicht schlecht sein. Kein Wort zur darin enthaltenen Behauptung, es sei erwiesen, dass Homöopathie in Deutschland funktioniere.

Und wer dennoch Zweifel daran hat, dass die Homöopathin Recht hat, hört noch einmal „Dorfchef Usman Dao“, der „ehrfürchtig“ von den “deutschen Wunderheilerinnen” spricht: „Sie machen sehr gute Arbeit. Ich will, dass sie wiederkommen und für immer hierbleiben!”

Welche Informationen vermittelt der Artikel?

  • Die Homöopathen ohne Grenzen bieten den Menschen in Sierra Leone billige Behandlung an, ohne chemische Keulen und mit ganzheitlichem Ansatz
  • Die Homöopathie ist nicht wissenschaftlich bewiesen, aber kann offenbar Malaria und Menstruationsbeschwerden heilen, allerdings kein Aids, keine schweren Verletzungen und keine Diabetes
  • Die Menschen in Sierra Leone sind begeistert
  • Schulmediziner sind skeptisch
  • Im Infokasten lernen wir außerdem: Homöopathie funktioniert nach dem Prinzip „Heile Ähnliches mit Ähnlichem“ und die Wirkstoffe werden stark verdünnt

Welche Informationen enthält der Artikel nicht?

  • Das Prinzip „Heile Ähnliches mit Ähnlichem“ fußt auf einem induktiven Schluss des Homöopathie-Gründers Samuel Hahnemann aufgrund einer einzigen Beobachtung; es ist mithin theoretisch kaum haltbar und empirisch zumindest im Sinne des Falsifikationismus leicht zu widerlegen
  • Die Verdünnung ist oft so stark, dass rein rechnerisch kein einziges Molekül des Wirkstoffes mehr in der Endsubtanz vorliegen kann
  • Wie Homöopathie funktionieren soll, ist also theoretisch absolut nicht klar – es widerspräche vielen Erkenntnissen, die wir als wahr annehmen (zum Beispiel die, dass Wasser keine diffusen Informationen transportieren kann)
  • Nun könnten diese Annahmen ja allesamt falsch sein: Die Hypothese „Homöopathie wirkt (anders als jedes beliebige Scheinmedikament“ musste aber auch in zahlreichen empirischen Studien verworfen werden (wie eine Meta-Studie zeigte)
  • Wir können eine Wirksamkeit der Homöopathie in einem kausalen Sinne also nur annehmen, wenn wir die Möglichkeit, mit naturwissenschaftlichen Methoden überprüfbares Wissen zu generieren und damit auch fundamentale naturwissenschaftliche Erkenntnisse per se ablehnen; und wenn wir gleichzeitig dennoch behaupten, durch unsere Beobachtung eines empfundenen Heilungserfolges kausale Mechanismen wahrnehmen zu können. 1

Der Artikel bezieht, ob gewollt oder ungewollt, eindeutig Position – und zwar ohne über die Kritik an dieser Position hinreichend zu informieren.
Genau das wäre aber, auch jenseits von Forderungen nach Objektivität oder Werturteilsfreiheit, die Aufgabe eines journalistischen Artikels gewesen.

Update, 02.06.11, 17.27: Bis eben stand in meinem Artikel noch, der Tagesschau-Text sei von einer Autorin geschrieben worden. Das ist natürlich Unsinn, der Autorenname ist ja einsehbar. Ich fand den Namen des Autors/der Autorin für meine Kritik nicht relevant, habe ihn deshalb nicht nachgeschaut, deshalb fiel mir nicht auf, dass mir meine Erinnerung einen Streich gespielt hatte, warum auch immer. Peinlich, peinlich, zugegeben. Ich habe das korrigiert und bitte, diesen Fehler zu entschuldigen!

  1. Ob diese Haltung überzeugend oder wenigstens aus pragmatischer Perspektive brauchbar ist, muss jeder für sich entscheiden.

02. Juni 2011 von Jonas Schaible
Kategorien: Journalismus, Medienkritik, Standpunkt | Schlagwörter: , | 74 Kommentare

Kommentare (74)

  1. an ihrer kritik habe ich inhaltlich nichts auszusetzen, aber wie kommen sie zu der annahme der artikel wäre von einer autorin geschrieben worden? der name des autors ist klar angegeben, und das bild ist auch recht eindeutig. soviel zur journalistischen sorgfalt.

  2. Keine Ahnung, wie ich dazu komme.
    Ich habe den Artikel vor 2 oder 3 Tagen das erste Mal gelesen und heute keinen Blick mehr auf den Autorennamen geworfen, weil ich ihn nicht relevant fand. Irgendwie war ich sicher, vorgestern da einen weiblichen Namen gelesen zu haben. Das ist mir jetzt ziemlich peinlich.

    Wie auch immer: Danke für den Hinweis!

  3. Jeder soll glauben, was er mag. Aber wenn man sich die Herkunft und Technik der Homöopathie mal anschaut (zB http://de.wikipedia.org/wiki/Homoeopathie) dann sollte man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass es Hokuspokus ist und nicht über den Placebo-Effekt (der SEHR stark sein kann!!) hinausgeht.

    Schlimm wird es, wenn Leute ihr Leben verlieren, weil sie nicht über die Grenzen aufgeklärt werden.

    Klar: Auch die “Schulmedizin” (für mich überhaupt kein Schimpfwort, bin gerne in die Schule gegangen) kann nicht alles heilen, ist klar. Aber dort versucht man zu verstehen, WAS eine Krankheit auslöst, WARUM etwas passiert und WIE man es dann prüfbar bekämpfen kann. Für mich die logischere Vorgehensweise, auch wenn sie manchmal eben (noch) KEINE lösung hat.

  4. Schöner Text!
    Ganz oben (nach dem ersten eingerückten Text) steht aber immer noch “Leider konkretisiert weder Homöopathin noch JournalistIN,…”

  5. @Kristina Judith: Danke…

  6. Die Aussage, dass Homöopathie Verdünnungen benutzt, bei denen am Ende auf die gesamte Erdsubstanz kein einziges Molekül des Wirkstoffs mehr kommt, lese ich immer wieder. Alleine: Diese Aussage ich wiederlegbar, denn die Verdünnung wird real vorgenommen. Wenn eine vor-verdünnte Lösung mit (wenig) Wirkstoff auf sagen wir 10 Fläschchen verteilt wird, die wiederum aufgefüllt werden, dann ist doch der gesamte Wirkstoff noch vorhanden in der Summe dieser 10 Fläschchen. Selbst wenn im Ausgangsstoff nur noch ein Molekül Wirksubstanz vorhanden ist, dann ist dieses eine Molekül immer noch vorhanden in einer der 10 Fläschchen. Korrekt wäre also ausschließlich die statistische Aussage, dass jedes einzelne der 10 Fläschchen im Beispiel nur mit 10% Wahrscheinlichkeit den Wirkstoff enthielte. Nicht korrekt aber ist die Aussage, dass der Wirkstoff praktisch nicht mehr vorhanden sei.
    Aber wer beschäftigt sich schon gerne mit Statistik?

    Ansonsten: Schöner Text. Es fehlt noch der dezente Hinweis, dass im “offiziellen” Gesundheitswesen ein Geldmangel verwaltet wird, während die Menschen Millionen für nicht wirksame Medikamente ausgeben. Und vielleicht der Hinweis, dass Placebos eine schulmedizinisch nachgewiesene Heilungsrate von 30% haben – einfach weil der Patient sich besser fühlt und dann seine Körperabwehr mobilisiert oder auch die Krankheit einfach so zurückgegangen wäre. Insofern kann auch ich mit meinen Händen heilen, zumindest jeden Dritten…

  7. Im dritten Abschnitt unter “Nie wieder Malaria” steht der böse Anglizismus: “Allein: Man erfährt es nicht. ”
    Wenn schon diese Satzkonstruktion benutzt wird, die eine Art Pointe erzeugen soll, dann doch wenigstens mit “nur” statt “allein”.
    Allerdings beschleicht mich der Verdacht, dass die falsche Verwendung des Wortes “allein” hier schon die Hälfte der Pointe ausmacht. ;-)

    Ansonsten stimme ich inhaltlich voll zu! :-)

  8. Homöopathie; Nichts drin – nichts dran. Soweit so schlecht. Mein Problem ist nicht, dass die Tagesschau so weit runter ist – mein Problem ist, dass ich diesen “Journalismus” bezahlen muss.

    Eine Zeitung, die diesen Mist produziert, bestelle ich einfach ab. Nur was mache ich mit der öffentlichen Verdummung von ARD & ZDF?

  9. @Tom: interessanter ist ein anderer Aspekt: die in der Homöopathie vorgegebenen Konzentrationen lassen sich aus prinzipiellen Gründen in vielen Fällen überhaupt nicht erreichen:

  10. Sorry, der Link wurde im vorhergehende Kommentar geschluckt.

    Hier nochmal in Klartext http://www.xy44.de/belladonna/arg1.htm und als “Website” zu meinem Namen verlinkt.

  11. Prinzipiell ist ja nichts gegen eine Behandlung mit Placebos einzuwenden, ich kann mir durchaus vorstellen, dass zwei Heilpraktiker (!), die in Deutschland höchstens noch müde belächelt werden, mit einem weißen Kittel in einem hilfebedürftigen afrikanischen Dorf noch genug Eindruck schinden – die Leute glauben dass es hilft und es geht ihnen besser.
    Der Zweck heiligt hier die Mittel, andererseits geht das sicher auch ohne ein paar Milchzuckerkügelchen für 80 Cent. Damit dieser Preis gerechtfertigt ist hätten sie ihm dafür schon genug von dem Zeug zum süßen des Tees da lassen müssen.

    Verwerflich ist lediglich die unkritische Berichterstattung, die den hiesigen, unbedarften Leser auch im dummen zurückzulassen versucht. Kann man es denn nicht einfach nennen was es ist, Hilfe mit Placebos?
    Das Problem ist, dass nicht genug Journalisten einen wissenschaftlichen Hintergrund haben. Schön schreiben hilft einfach nicht, wenn man die Zusammenhänge nicht begreift oder lieber seine eigene Meinung verwurstet – mit ein Grund für das politikernahe Ansehen von Journalisten.

    Ach ja, wer sich schon immer die Frage gestellt hat, wie Homöopathie funktioniert:

    http://www.howdoeshomeopathywork.com/

    “Nicht korrekt aber ist die Aussage, dass der Wirkstoff praktisch nicht mehr vorhanden sei.
    Aber wer beschäftigt sich schon gerne mit Statistik?”

    Kleines Zitat aus http://de.wikipedia.org/wiki/Potenzieren_(Hom%C3%B6opathie)

    Anmerkung J.S.: Zur übersichtlichen Darstellung des folgenden Rechenbeispiels mit korrekt angegebenen Potenzen siehe Kommentar 15 von @Ingo. Ich lasse den Teil hier mal stehen.

    “Als kleines Rechenbeispiel sei angeführt, dass in einer üblichen C30-Zubereitung, deren Verdünnungsverhältnis 1 : 1060 beträgt, die Wahrscheinlichkeit, in einem Mol Materie (welches etwa einem Arzneimittelfläschchen entspricht) ein Molekül der Urtinktur wiederzufinden, in etwa 1 : 1060-24 = 1 : 1036 beträgt. Zum Vergleich liegt die Wahrscheinlichkeit, mit einem einzelnen Tippfeld im Lotto sechs Richtige zu tippen, bei knapp 1 zu 14.000.000. Um sich auf diesem Wege überhaupt anzunähern, betrachte man die Wahrscheinlichkeit, mehrmals hintereinander zu gewinnen: Erst ein fünfmaliges Gewinnen des Lottojackpots an fünf Spieltagen in Folge mit jeweils nur einem ausgefüllten Feld erreicht eine Wahrscheinlichkeit von 1 : 14.000.0005 = 1 : 5,38•1035 und liegt somit immer noch höher als in einem ganzen homöopathischen Arzneimittelfläschchen überhaupt ein einziges Molekül der Urtinktur wiederzufinden.”

    Anmerkung J.S.: Nicht wundern. Ich habe Ihren ersten Kommentar, der kürzer, in seinem Text aber wortgleich mit dem Beginn dieses Kommentars war, gelöscht.

  12. @MS: Ich würde nicht behaupten wollen, dass es sich hier um Berichterstattung handelt, die “den hiesigen, unbedarften Leser [...] im Dummen zurückzulassen versucht”; kann sein, glaube ich aber nicht. Es spielt auch gar keine so große Rolle.
    (Deshalb würde ich persönlich mich auch mal mit dem Begriff “verwerflich” zurückhalten; damit unterstellt man viel. Ich schrieb deshalb extra “unsauber” – das halte ich für treffender, weil es offenlässt, wie es dazu kam.)

    @Tom: Siehe den von MS zitierten Abschnitt aus der Wikipedia und Christians Hinweis. Aber es stimmt natürlich, die Formulierung oben könnte ebenfalls präziser sein.
    Zum Placeboeffekt generell wollte ich mich jetzt nicht auslassen, das gehört nicht in diesen Text. Das Entscheidende ist ja der Zusatz “jenseits des Placeboeffekts”.

    @ds: Joa, puh. Ich mag die Konstruktion mittlerweile. So einfach ist das. Und ließ denn nicht schon Goethe den Faust sagen: “Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube”?
    Eben!
    ;)

  13. So kritisch wie ich die Sache auch sehe, aber eine Kleinigkeit sollte man dennnoch anmerken. Bei dem Artikel gibt es einen Link zu den Homöopathen ohne Grenzen, die sich auf ihrer HP dagegen wehren, dass man ihnen unterstellt, Malaria heilen zu können.
    Somit tut der Artikel weder den Homöopathie-Befürwortern noch den Kritikern einen Gefallen.

  14. Zur Ergänzung zu diesem sehr guten kritischen Beitrag: 90 Cent sind für die meisten Menschen in Sierra Leone sehr viel Geld. Die Wunderheilermasche ist also keinesfalls ein Kavaliersdelikt.

    Und Menstruationsbeschwerden – ich weiß, wo von ich rede – verschwinden auch ohne jedes Medikament in der Regel innerhalb einiger Stunden. Was für ein lächerlicher “Beweis”.

    Dass man mit ganzheitlichem Ansatz (also mit einem Blick auf die gesamten Lebensumstände, wie Hygiene, Ernährung, Bildung und Erziehung) in Afrika Krankheiten besser heilen kann als mit rein kurativen Aktionen, ist auch der Schulmedizin seit langem bekannt. (Das gilt übrigens AUCH für Aids, Diabethes und schwere Verletzungen.) Dafür muss man die die Menschen nicht mit Zuckerkügelchen um ihr Geld betrügen, für das sie sich Seife, Lebensmittel oder wirksame Medizin leisten könnten.

    Mir kocht bei solchen Artikeln dem auf tagesschau.de das Blut!

  15. Beitrag 11 ist viel besser zu verstehen, wenn die Potenzen erkennbar wären – sonst täuscht der Eindruck. Daher meine Bitte an den Admin, folgendes zu verbessern (dieser Beitrag kann dann gerne gelöscht werden):
    1:1060 zu 1:10^60
    1:1060-24=1:1036 zu 1:10^(60-24)=1:10^36
    1 : 14.000.0005 = 1 : 5,38•1035 zu 1 : 14.000.0005 = 1 : 5,38*10^35
    Die Rechnungen sind zu interessant, um an Darstellungsfehlern missverstanden zu werden ;-)

  16. In Ergänzung zu @Sabine Leopold, weil sie natürlich recht hat: 70.2% der Menschen in Sierra Leone lebten 2004 von weniger als 1 Dollar pro Tag (Quelle: CIA Factbook)

  17. Ich unterstütze Ingos Anregung nachdrücklich, habe die Rechnung beim ersten Lesen so nicht verstanden.

    @Tom: Was ist denn das für eine unsinnige Argumentation? Klingt homöopathisch …
    Natürlich ist der Wirkstoff nicht verschwunden, aber wenn dieses eine Molekül nunmal in Flasche 3 ist, Du aber Flasche 8 verkauft bekommst, dann hast Du – Na? – Genau: keinen Wirkstoff.

  18. @ Ingo, Beitrag 11 etc
    1 : 14.000.0005 –> 1 : 14.000.000 x 5

  19. Ohne jetzt Blödsinn erzählen zu wollen: Ich nehme in Anlehnung an meinen allgmeinen gesunden Menschenverstand und meinen Matheunterricht eigentlich an, daß die Wahrscheinlichkeit, sogar fünfmal im Lotto zu gewinnen, eher niedriger als höher sein dürfte, überhaupt einmal zu gewinnen. In der Wahrscheinlichkeitsrechnung wird so gerechnet: Ein Ereignis tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:[Wert] auf. Die Wahrscheinlichkeit, daß es zweimal hintereinander auftritt, beträgt 1:[Wert] x 1:[Wert]. ( x soll auch hier “multipliziert mit” bedeuten)
    Beim Lotto wären es also 1:14Mio x 1:14Mio x 1:14Mio x usw. …
    Die Zahl, die dabei herauskommt, ist NOCH viel kleiner als 1: 10^36.

  20. Mit fällt gerade noch ein: Der Unterschied ist folgender: wenn man FÜNFMAL Lotto SPIELT, ist die CHANCE, EINMAL zu gewinnen 5 x 1:14Mio.(Klar, je häufiger man spielt, desto größere Chancen hat man auf den Gewinn)
    NICHT ABER ist die Wahrscheinlichkeit, FÜNFMAL zu GEWINNEN 5 x 1:14Mio.

    Davon abgesehen wollte ich damit nicht vom Thema an Sich ablenken, weil da stimme ich voll zu.
    :)

  21. Es ist unseriös über ein Thema zu urteilen, zu dem ich lediglich Vorurteile, habe. (Scharlatane gibt es überall.) Aber niemand, der sich mit Homöopathie beschäftigt, wird von einem Placebo sprechen. Woher haben die Kritiker denn ihr Wissen über die Homöopathie? Diese Kritiken sind einfach kindisch. Trauen sich diese Kritiker denn auch zu, sich ernsthaft zu komplizierten schulmedizinischen Themen zu urteilen? Kritisieren sollte erst dann jemand, wenn er einen ernsthaft arbeitenden Homöopathen bei seiner Arbeit begleitet hat. Dann wird er sehen, dass auch die Homöopathie an ihre Grenzen stößt. Nämlich dann, wenn in einem Körper kein Rest an Selbstheilungskräften mehr vorhanden ist. Den Menschen wäre besser geholfen, wenn Schulmedizin und Homöopathie Hand in Hand arbeiten würden. Denn das ist durchaus machbar. Auch wenn es bestimmt einige gute Naturtalente bei den Heilpraktikern gibt, würde ich immer einen ausgebildeten Arzt bevorzugen, der auf die Homöopathie umgestiegen ist oder sie als gleichberechtigte Heilmethode sieht. Allein wegen der Verantwortung, die übernommen wird. Denn so einfach, wie die Homöopathie oft gesehen wird, ist sie nicht.

  22. @Verena:
    Doch, viele Leute die sich mit Homöopathie beschäftigen, reden von PLacebos. Allein die Leute, die mit Homöopathie Geld verdienen tun das nicht.
    Komplizierte, schulmedizinische Themen kann man beurteilen, wenn hinsichtlich verwendeter Wirkstoffe ein empirischer Beleg für dessen Wirkung gebracht wurde. Auch wenn die genaue Wirkungsweise nur ein Arzt versteht. Homöopathische Mittel halten einem Doppelblindtest nicht stand, haben also keine über Placebos hinausgehende Wirkung.

    Gerne begleite ich Sie und einen Homöopathen zu seiner Arbeit. Lassen Sie uns 200 Grippekranke besuchen und allen, deren Zustand nicht ernst ist neben Schmerzmittel die vom Homöop. empfohlenen Globuli-Laktose-Kugeln geben. Dann besuchen wir 200 weitere und geben denen kleine Traubenzuckerkugeln. Und dann schauen wir mal, ob nach 3 Tagen Gruppe 1 signifikant mehr Heilerfolge vorweisen kann. Bet?

  23. Jan,
    die Erde ist eine Scheibe…Beweis: Von einer Kugel würde man runter fallen…; und zack: Der Chor der Abnicker stößt ins gleiche Horn. Hätte im Mittelalter schon einer was über DNA, Atome oder ein Flug zum Mond rumposaunt…Gute Nacht Marie (um es mal platt auszudrücken)Nur, weil man noch nicht in der Lage ist, einen Wirkstoff (den es nur noch als Information gibt) nachweisen zu können, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass es ihn nicht gibt. Das äußerste, das jemand in der Phase anmerken kann ist: “Ich kann es mir nicht vorstellen…” Denn alles weitere ist Spekulation.
    Und deine an Grippe erkrankten, sorry: Schwachsinn. (Womöglich noch EHEC) Angenommen, die echte Grippe ist gemeint: 1. Genau das würde nicht funktionieren. Etliche der in Gruppe 1 benötigen unterschiedliche Mittel. Und etliche derer in Gruppe 2 hätten es wirklich selbst geschafft. Und die möglichen Folgekrankheiten? Ne, ne die Patienten müssten individuell durch die Krankheit begleitet und genau beobachtet werden. Das taugt nun wirklich nicht für einen Reihenversuch. Noch nicht einmal so etwas simples wie ein Schnupfen würde dazu taugen.
    Ich selbst war an Non hodgkin erkrankt. Selbstverständlich habe ich die Chemo durchgezogen. Der Körper hat keine eigenen Antikörper dagegen. Da kann auch die Homöopathie nur die Krankheit deckeln, aber nicht beseitigen. (da liegt die Entstehung auch nicht so auf der Hand, wie beim Malaria-Stich) Ich kann nur den Körper stärken, um besser durch die Chemo zu kommen. Und selbst das sollte kein Laie tun. Ich hätte z. B. an so was simples wie Echinacea gedacht…Pustekuchen, das hätte den Krebs noch unterstützt. Also erst mal klein anfangen. Also, wenn du wirklich etwas über homöopathie lernen willst, mach einen Selbstversuch. Stell den Backofen auf ca. 200 Grad und lass mal deinen Handrücken kurz anbruzzeln. Dann halt sie unter kaltes Wasser und nimm was schulmedizinisches. Gerne das Beste vom Besten. Nach Abheilung mach das gleiche mit der anderen Hand und lutsche nach der Wasserdusche Cantharis in D 200. Und nachdem diese Hand dann ebenfalls abgeheilt ist, kannst du urteilen. Übrigens: du musst nicht dran glauben, dass es wirkt. Das einzige ist, dass du nicht gleichzeitig Kaffee trinken darfst oder Pfefferminztee oder dgl. Dann ist die Wirkung gleich Null.
    Oder, wenn dir das zu heikel ist geh zu einem Kaninchenzüchter, der sonst überzählige Kaninchen tötet, weil das Muttertier nicht alle ernähren kann. Gib dem Tier Brennesseltee zu saufen (davon wird es aber leider nicht genug trinken) oder löse Urtica D 6 im Trinkwasser auf und warte gespannt auf das Ergebnis. Oder besser noch, junge Kaninchen, deren Bauch leider schon von falschem Grünfutter aufgedunsen ist und gluckert. Vor dem Problem stand ich selbst einmal. Das einzige Mittel, das zuverlässig half, wurde nicht mehr hergestellt. Da dachte ich mir, was beim Menschen hilft…..Aber weil ich mich mental schlecht in so ein Kaninchen hineinversetzen kann oder nur annähernd wusste, was da gerade so abläuft, habe ich mal 4 verschiedene Mittelchen zusammengepackt (nur solche, die nicht gegeneinander arbeiten – auch das gibt es natürlich) und siehe da…..
    Aber es liegt mir fern, irgend wen missionieren zu wollen … Es stört mich nur, wenn Leute urteilen, die vorher schon eine vorgefasste Meinung haben.
    Wenn ich von etwas keinen blassen Schimmer habe, halte ich mich bedeckt. Ich urteile auch nicht pauschal über die Schulmedizin. Und wenn ich selbst etwas schwerwiegendes oder lebensbedrohliches habe, bleibt mir im Zweifel keine Zeit. Dann werde ich wieder zweigleisig fahren. Und ich werde hinterher wieder nicht wissen, ob es Zufall war, dass sich meine Blutwerte wieder so schnell stabilisierten oder nicht. Es ist mir einfach egal. Aber das weiß jemand, der zur Unterstützung noch etwas schulmedizinisches nimmt auch nicht.

  24. Schade, meine E-Mail ist verschwunden…..

    Also noch einmal das Ganze: Die Doppelblindtests funktionieren selbstverständlich nicht bei der Homöopathie. Aber das versteht nur, wer die Wirkungsweise von Homöopathie verstanden hat. Es gibt – bis auf wenige Ausnahmen – nicht das Mittel für die Krankheit. Aber ich habe keine Zeit und keine Lust, das jemand erklären zu wollen, der eine vorgefasste Meinung hat. Das läuft auf missionieren raus.

    Die sog. Argumente, die hier bisher zu lesen waren klingen wie: Die Erde ist eine Scheibe….Beweis: Von einer Kugel würde man ja runterfallen…. Hätte damals jemand eine Vermutung von Atomen, DNA usw. geäußert…..Gute Nacht Marie…..um es mal ganz banal auszudrücken. Irgendwann wird man auch in der Lage sein in einer homöopathischen Arznei etwas zu finden.

    Und der vorgeschlagene Test an Grippekranken (ich gehe davon aus, dass die echte Grippe gemeint ist) ist ausgemachter Blödsinn. Wie schon gesagt, es wird nicht funktionieren. Seriöserweise würde wohl niemand so etwas testen wollen. Es gibt nicht das eine Mittel, das allen gleichermaßen hilft. Und die zu erwartenden Komplikationen gehören beobachtet. Es wäre schlichtweg verantwortungslos. Noch nicht mal bei einem harmlosen Schnupfen würde das funktionieren.

    Homöopathie hilft nur dort, wo Selbstheilungskräfte im Menschen vorhanden sind aber nicht effektiv genug arbeiten. Diese werden mit dem individuell zu suchenden Mittel angestoßen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Kunst dabei ist es, den richtigen „Schlüssel“ zu finden.

    Hat der Körper keine eigenen Antikörper oder Selbstheilungskräfte, kannst du auch die Homöopathie vergessen.
    Ich war an Non hodgkin erkrankt. Natürlich habe ich die Chemo durchgezogen. Aber unterstützt von meinem homöopathisch arbeitenden Arzt. Aber niemand weiß, ob ich auch ohne die Homöopathie immer so tolle Blutwerte gehabt hätte. Es interessiert mich auch nicht. Aber ohne Arzt hätte ich die Idee gehabt, mein Immunsystem mit Echinacea (in homöopathischer Form) zur Unterstützung zu nehmen. Grottenfalsch. Damit hätte ich den Krebs unterstützt. Also deshalb immer: Ob Schulmedizin oder Homöopathie: Da gehört ein Arzt hin. Auch wenn es begabte Laien geben mag. Aber ich nehme auch nicht jede Tablette von meinem Nachbarn.

    Wenn du einen Test haben willst, fang bei dir selbst an. Dreh den Backofen auf 200 °C oder nimm ein Bügeleisen auf höchster Stufe und halt die Handoberfläche dran (aber so, dass es sich rentiert). Danach unter kaltes Wasser und was schulmedizinisches anwenden (gerne das beste vom besten). Wenn es abgeheilt ist, das gleiche „Spiel“ an der anderen Hand. Wieder kaltes Wasser. Und nichts nehmen. Dann weißt du, wie es der Körper alleine hinbekommt) Danach opferst du noch einen Fußrücken. Und nimmst nach der Abkühlung danach Cantharis D 200 (garantiert jenseits der Nachweisgrenze) lutschen. Bei Schmerzen gerne auch noch ne Arnika dazu. Und dann nach dem Abheilen vergleichen. Bei diesem Test könnte ich dir sogar erklären, warum man vorher wissen kann, dass es ein Mittel ist, das wirken kann. Allerdings nur, wenn du nicht gleichzeitig Kaffee oder Pfefferminztee trinkst etc. Und ach ja, solange du funktionierende Nieren hast.

    Oder weniger spektakulär: Geh zu einem Kaninchenzüchter, der alle überzähligen Kaninchen eines Wurfes tötet, weil das Muttertier nicht alle ernähren kann. Da kannst du dann deine Vergleichsgruppen bilden. Alle Kaninchen bleiben beim Muttertier und in der einen Gruppe erhält das Muttertier jeweils Urtica D6 ins Trinkwasser. Dann noch eine vernünftige Ernährung für die Muttertiere und der Züchter wird aus dem Staunen nicht mehr rauskommen.

    Jetzt habe ich doch mehr Zeit investiert, als ich eigentlich wollte. Ist doch eh für die Katz.

  25. Komischerweise verschwinden meine Kommentare

  26. Also noch einmal das Ganze: Die Doppelblindtests funktionieren selbstverständlich nicht bei der Homöopathie. Aber das versteht nur, wer die Wirkungsweise von Homöopathie verstanden hat. Es gibt – bis auf wenige Ausnahmen – nicht das Mittel für die Krankheit. Aber ich habe keine Zeit und keine Lust, das jemand erklären zu wollen, der eine vorgefasste Meinung hat. Das läuft auf missionieren raus.

    Die sog. Argumente, die hier bisher zu lesen waren klingen wie: Die Erde ist eine Scheibe….Beweis: Von einer Kugel würde man ja runterfallen…. Hätte damals jemand eine Vermutung von Atomen, DNA usw. geäußert…..Gute Nacht Marie…..um es mal ganz banal auszudrücken. Irgendwann wird man auch in der Lage sein in einer homöopathischen Arznei etwas zu finden.

  27. Und der vorgeschlagene Test an Grippekranken (ich gehe davon aus, dass die echte Grippe gemeint ist) ist ausgemachter Blödsinn. Wie schon gesagt, es wird nicht funktionieren. Seriöserweise würde wohl niemand so etwas testen wollen. Es gibt nicht das eine Mittel, das allen gleichermaßen hilft. Und die zu erwartenden Komplikationen gehören beobachtet. Es wäre schlichtweg verantwortungslos. Noch nicht mal bei einem harmlosen Schnupfen würde das funktionieren.

    Homöopathie hilft nur dort, wo Selbstheilungskräfte im Menschen vorhanden sind aber nicht effektiv genug arbeiten. Diese werden mit dem individuell zu suchenden Mittel angestoßen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Kunst dabei ist es, den richtigen „Schlüssel“ zu finden.

  28. Hat der Körper keine eigenen Antikörper oder Selbstheilungskräfte, kannst du auch die Homöopathie vergessen.
    Ich war an Non hodgkin erkrankt. Natürlich habe ich die Chemo durchgezogen. Aber unterstützt von meinem homöopathisch arbeitenden Arzt. Aber niemand weiß, ob ich auch ohne die Homöopathie immer so tolle Blutwerte gehabt hätte. Es interessiert mich auch nicht. Aber ohne Arzt hätte ich die Idee gehabt, mein Immunsystem mit Echinacea (in homöopathischer Form) zur Unterstützung zu nehmen. Grottenfalsch. Damit hätte ich den Krebs unterstützt. Also deshalb immer: Ob Schulmedizin oder Homöopathie: Da gehört ein Arzt hin. Auch wenn es begabte Laien geben mag. Aber ich nehme auch nicht jede Tablette von meinem Nachbarn.

  29. Wenn du einen Test haben willst, fang bei dir selbst an. Dreh den Backofen auf 200 °C oder nimm ein Bügeleisen auf höchster Stufe und halt die Handoberfläche dran (aber so, dass es sich rentiert). Danach unter kaltes Wasser und was schulmedizinisches anwenden (gerne das beste vom besten). Wenn es abgeheilt ist, das gleiche „Spiel“ an der anderen Hand. Wieder kaltes Wasser. Und nichts nehmen. Dann weißt du, wie es der Körper alleine hinbekommt) Danach opferst du noch einen Fußrücken. Und nimmst nach der Abkühlung danach Cantharis D 200 (garantiert jenseits der Nachweisgrenze) lutschen. Bei Schmerzen gerne auch noch ne Arnika dazu. Und dann nach dem Abheilen vergleichen. Bei diesem Test könnte ich dir sogar erklären, warum man vorher wissen kann, dass es ein Mittel ist, das wirken kann. Allerdings nur, wenn du nicht gleichzeitig Kaffee oder Pfefferminztee trinkst etc. Und ach ja, solange du funktionierende Nieren hast.

    Oder weniger spektakulär: Geh zu einem Kaninchenzüchter, der alle überzähligen Kaninchen eines Wurfes tötet, weil das Muttertier nicht alle ernähren kann. Da kannst du dann deine Vergleichsgruppen bilden. Alle Kaninchen bleiben beim Muttertier und in der einen Gruppe erhält das Muttertier jeweils Urtica D6 ins Trinkwasser. Dann noch eine vernünftige Ernährung für die Muttertiere und der Züchter wird aus dem Staunen nicht mehr rauskommen.

    Jetzt habe ich doch mehr Zeit investiert, als ich eigentlich wollte. Ist doch eh für die Katz.

  30. Deine Argumente sind relativ kindisch besonders die Sache mit dem Bügeleisen. Natürlich heilt sich das von selbst. Wird auch keiner anders behaupten. Je mehr man darüber nachdenkt desto sinnloser ist dein Vergleich. Weil die Schulmedizin hätte auch nix anderes gemacht, außer vielleicht Schmerzmittel dazu zu geben. Das mit dem Selbstheilungskräften ist putzig. Also zitiere: “Homöopathie hilft nur dort, wo Selbstheilungskräfte im Menschen vorhanden sind aber nicht effektiv genug arbeiten. Diese werden mit dem individuell zu suchenden Mittel angestoßen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Kunst dabei ist es, den richtigen „Schlüssel“ zu finden.” und dann “Hat der Körper keine eigenen Antikörper oder Selbstheilungskräfte, kannst du auch die Homöopathie vergessen.” Also um die Witzigkeit dieser Aussagen zu verdeutlichen wende ich mal dein Beispiel an: “Die Erde ist eine Scheibe. Beweise, dass sie es nicht ist.” (es folgt der Beweis) “Du kannst bloß nicht richtig denken.” ;) Du hast praktisch schon die Absicherung dafür gegeben, falls jemand deine Aussagen widerlegt.

  31. Wie schon gesagt: Ist eh für die Katz. Nur etwas Nachhilfe: Bei Non hodgkin verfügt der Körper über keine eigenen Antikörper und die Welt ist eine Scheibe….Na ja, da müsstest du den Wink in die Geschichte verstehen.

  32. Danke für diesen interessanten Artikel. Was den Unsinn der Homöopathie angeht, empfehle ich die Seite der 10^23 Kampagne http://www.1023.org.uk (englisch).

    Sehr interessant war vor allem das Überdosis-Experiment, in dem die Teilnehmer ganze Schachteln von homöopathischen Tabletten mit einem mal zu sich genommen haben, oder – der seltsamen Logik der Homöopathen folgend – über einen ausgedehnten Zeitraum hinweg. Die Folgen waren vorhersagbar nichtexistent.

    Ein schlimmer Aspekt der Homöopathie ist auch, das sie inzwischen von vielen Ärzten in Deutschland angewandt und verschrieben wird ohne den Patienten darüber in Kenntnis zu setzen. Ich habe letztes Jahr 12 Euro für eine mir von meiner Hausärztin verschriebene Salbe gezahlt und erst zu Hause gesehen, dass es sich um ein homöopathisches handelte. Weder die Ärztin noch die Apothekerin hielten es für angebracht mir zu dagen das ich gerade sehr viel Geld für ein Präparat ohne irgendwelche Wirkstoffe bezahlte. Ich habe meinen Hausarzt danach gewechselt, aber ärgerlich war das schon.

  33. @verena

    es wird immer so oft von der nichtbeweisbarkeit der homöopathie durch doppelblindstudien gesprochen. das ist natürlich falsch.
    in der doppelblindstudie wäre es nicht relevant, ob der homöopath die patienten alle mit den gleichen kügelchen behandelt, da ernaturwissendschaftlich gesehen eh nur zucker verwendet.
    also doppeltblindstudie: 100 patienten mit placebos füttern(ich meine jetzt hier nicht die globuli) und die anderen 100 dürfen vom homöopathen nach belieben behandelt werden. nach den naturwissenschaften wird es der zweiten gruppe nicht signifikant besser gehen als der ersten…. also los gehts….traut euch!

  34. @verena
    tolle Einstellung :) “eh für die Katz” weil du die erleuchtete und die anderen die dummen sind. Ich sprach von den Antikörpern im allgemeinen. Was dein Non hodgkin… nun ja du hast selbst gesagt hast: “Aber niemand weiß, ob ich auch ohne die Homöopathie immer so tolle Blutwerte gehabt hätte.”
    und dann weiter im Text: “Es interessiert mich auch nicht” na dann winke winke

  35. James Randi hat sich bereits vor Jahren zu dem Thema geäußert – Fakt ist: bisher ist ein Heilungserfolg NICHT auf den Einsatz homöopatischer Mittel zurückzuführen. Warum man sein Leben davon abhängig machen sollte, ist nicht nachvollziehbar. Verzweiflung, Angst, Vorurteile sind halt starke Gegner der Vernunft.

  36. 1. @elena, josef: Hat zwar nichts mit dem Thema hier zu tun, liegt mir aber (man mag mich pingelig nennen) auf dem herzen. WEIL leitet einen nebensatz ein und keinen Hauptsatz. Ich empfinde das als immer häufiger auftretende sprachverarmung. Gerade leute, die – wie hier – schlau in foren schreiben, sollten da mit gutem beispiel voran gehen und entweder Subjunktionalsätze bilden oder “denn” verwenden, um einen Kausalzusammenhang auszudrücken.

    2. Zur Homöopathie-Debatte: Obwohl ich nicht alle Argumente von Verena verstanden habe (Erde – Scheibe – ?), stimme ich ihr in dem Punkt zu, dass man weg muss vom Zweifrontenkrieg (vor allem in der theoretischen Debatte wie hier) und Chancen wie Synergie-Effekte einer Kombination beider Behandlungsmethoden (mehr) beleuchtet.

    3. Ich finde in dieser Diskussion die generalisierende Darstellung der “Heilpraktiker” als betrügerische Scharlatane ärgerlich, zumal die deutsche Pharmaindustrie, an die die Schulmedizin gefesselt ist, sicherlich keine Ausgeburt an Menschenliebe darstellt. Wie oft geht dort der Profit vor der Gesundheit? Deshalb finde ich auch den Hinweis fadenscheinig, die Menschen aus Siena Leone sollten sich von dem Geld, das sie für die Kugeln ausgegeben haben, lieber Seife und wirksame Medikamente kaufen. Könnten sie sich letztere leisten, hätte der Artikel der ARD-Seite kein Thema.

    4. Das eigentliche Thema des Artikels hier war aber doch ein anderes, oder? Das Ärgernis über diese unreflektierte Form der Berichterstattung bei deutschen “Qualitätsmedien”. Sowas darf ich nicht mal in der Unizeitung veröffentlichen, also: was läuft da schief?

  37. So Kinders, jetzt “spielt” alleine weiter. Meine Einstellung habe ich Kund getan. Mir ging es darum, auch einmal die pro-Meinung auf dieser Seite zu wissen. Vor 20 Jahren musste ich mich für oder gegen die Homöopathie entscheiden, als ein Arzt Wochenenddienst hatte, der “nur” Homöopathie praktizierte. Für mich war das damals auch alles suspekt. Es wäre schön, wenn eines Tages Schulmedizin und Homöopathie Hand in Hand arbeiten. Schon im Hinblick auf die wirklich lebensbedrohlichen Erkrankungen. Ab und zu funktioniert das ja schon. Und ja, auch die Homöopathie gehört in die Hand eines ausgebildeten Arztes. Das ist bei meinem Arzt zum Glück der Fall. Und ich bin guter Dinge, dass eines Tages auch die Naturwissenschaft so weit sein wird, erneut eine Lehrmeinung ein klein wenig korrigieren zu dürfen, da man dann auch in homöopathischen Arzneimitteln “Informationen” nachweisen kann. Würde mich freuen, wenn ich das noch miterlebe. Bis dann…..

  38. Es ist schade, dass Sie gehen Verena, das mit der Doppelblindstudie, die Homöopathie nie beweisen können, weil diese eine individuelle Behandlung erfordert habe ich nämlich auch nicht verstanden.

    Es ist nämlich nicht so, dass Patienten in klinischen Doppelblindstudien nicht individuell behandelt würden. Es ist nur so, dass ein zu testendes Medikament A mit einem anderen Medikament B verglichen wird. Die Patienten erhalten die ganz normale individuelle Behandlung wie jeder Patient im Krankenhaus. Sie und die Ärzte wissen nur nicht, ob das Medikament, dass der Patient tatsächlich erhält A oder B ist.

    Es wird ein erheblicher Aufwand betrieben um genau das zu garantieren, dass ein Patient “wie sonst” behandelt wird.

    Ein Beispiel: Ist etwa bekannt, dass A aber nicht B eine unerwünschte Wechselwirkung mit einem Standardmedikament des Krankenhausbetriebs aufweist, also z.B. mit einem Medikament gegen Durchfallsymptome, dann wird die Studie von Anfang an so geplant, dass keiner der teilnehmenden Patienten jemals dieses Medikament gegen Durchfall erhält, sondern es wird bei allen gegen ein Anderes getauscht. Trotzdem werden die Patienten natürlich individuell behandelt, das heißt es bekommt nur derjenige das (ausdrücklich für alle vorgesehene) Austauschmedikament tatsächlich, der auch tatsächlich Durchfall hat.

  39. Hi,

    habe den Bericht auch auf tagesschau gelesen und fand ihn auch sehr dürftig. Das Thema Hömopathie interessiert mich sehr, aber nicht wegen dem Vergleich mit der Schulmedizin.

    Habe eine Reportage auf Youtube über das Thema Wasser vor 2 Jahren gesehen, der Link steht ganz unten. Wasser ist scheint sehr unerforscht zu sein.

    Hier Zitate aus
    http://www.3sat.de/page/?source=/specials/127069/index.html

    und nach diesen eine Youtubeplaylist über die Reportage.

    “Er ist überzeugt, dass der Mensch messbare Informationen auf Wasser übertragen kann, ohne mit ihm direkt in Verbindung zu kommen.

    Auch er kommt zum Schluss, dass Wasser eine hohe Merk- und Speicherfähigkeit hat: “In einem Nanobubble (kleinstes Wasserbläschen) ist mehr Speicherkapazität als in tausend menschlichen Gehirnen!”

    Dass die Gegner Johann Granders seine Entdeckung, die sogenannte “Wasserbelebung”, als “parawissenschaftlichen Unfug” verspotten, hindert weltweit agierende Technikbetriebe nicht im Geringsten daran, sie mit Überzeugung und Erfolg anzuwenden.”

    http://www.youtube.com/watch?v=EIBA1dFzFK4&playnext=1&list=PL6F19B572A5B823BA

  40. O. K. also noch ganz kurz zur “Scheibe”. Steht nur zur Verdeutlichung dieser Art der Diskussion. Dem Mittelalter wird zugeschrieben, dass die Meinung vorherrschte, die Erde sei eine Scheibe. Ist natürlich Quatsch, weil die zu dem Zeitpunkt auch schon schlauer waren. Ich hätte als Beispiel auch das Bahnfahren nehmen können, von dem in der Anfangszeit Wunders was angenommen wurde. Damals hätte man wohl ebenfalls vergeblich nach einer objektiven Berichterstattung suchen können. Aber nochmals zur Verdeutlichung: Objektiver Bericht heißt nach meinem Verständnis nicht, dass die eigene Meinung veröffentlicht wird. Ich verstehe darunter einen neutralen Bericht ohne Unterton. Der gleiche Einleitungstext; nur ein Wort geändert: Ärzte ohne Grenzen……Niemand hätte sich aufgeregt. Auch nicht darüber, dass der Beitrag nicht objektiv wäre.

  41. Verena, du glaubst doch nicht ernsthaft dass deine Vorschläge (Verbrennung und auch Kaninchenzucht) geeignet wären, auch nur irgendetwas zu beweisen? Aus gutem Grund werden ordentliche Studien verblindet,randomisiert und mit großen Probandenzahlen durchgeführt – wie willst du sonst verhindern, dass du dich selbst (unterbewusst) täuschst? Wie willst du sicherstellen, dass du beim zweiten und dritten Mal genauso lange das Bügeleisen draufhältst, um eine gleichschwere Verbrennung zu verursachen (abgesehen davon: wer wird sich bitteschön selbst verstümmeln, um dir zu beweisen, dass du Placebos verteilst?). Wie kannst du einen Zufall ausschließen, wenn von zwei Kaninchendamen eine einen stärkeren Wurf heranzieht, und wie kannst du es verhindern, dass du unbewusst das kräftigere Tier als Homöopathie-Tester auswählst?

    Witzigerweise hast Du mit diesen beiden Vorschlägen zwei Mal Behauptungen aufgestellt, die sich sehr wohl mit Doppelblindtests beweisen ließen, wenn man denn nur wollte.

  42. Die Homöopathie beruht im Wesentlichen auf den willkürlichen Angaben, die Hahnemann sich vor 200 Jahren auf der Basis subjektiver Beobachtungen zusammengestückelt hat – 200 Jahre naturwissenschaftlicher Erkenntnisfortschritt werden einfach ausgeblendet. Die Grundannahmen der Homöopathie stehen in direktem Wiederspruch zum aktuellen Kenntnissstand in Physik, Chemie, Biologie und Medizin. Entweder hat die Homöopathie recht, oder die modernen Naturwissenschaften, beides zusammen schließt sich vollkommen aus. Bisher gibt es aber keine einzige Studie, die die Wirksamkeit der Homöopathie über den Placebo-Effekt belegen kann, während moderene Wissenschaft ihre Wirksamkeit jeden Tag aufs Neue unter Beweis stellt. Jedes neue Medikament muss seine Wirksamkeit in aufwendigen Studien unter Beweis stellen – nur bei der Homöopathie sollen diese Regeln nicht gelten?

    Um mal beim Beispiel Bahnfahren zu bleiben – als die ersten Eisenbahnen aufkamen, haben die Leute ja geglaubt, dass hohe Geschwindigkeiten (so 30 km/h aufwärts) gesundheitlich schädliche Auswirkungen bis hin zum Tod haben könnten. 200 Jahre später wissen wir, dass diese Theorie vollkommen falsch war – jeden Tag fahren Millionen Menschen täglich Zug, und niemand stirbt daran. Jeder der heute noch darauf bestehen würde, dass Menschen bei Geschwindigkeiten über 30 km/h ersticken, oder dass die Seele dem Körper so schnell nicht folgen kann, und dass Zugfahren unweigerlich zum Tode führt, würde von niemanden ernst genommen. Ebenfalls vor 200 Jahren hat Hahnemann seine Thesen aufgestellt – und genauso wie beim Beispiel Zugfahren spricht nach heutigem Wissenstand alles dagegen, dass diese Thesen auch nur ansatzweise korrekt sind. Seltsamerweise gibt es aber immer noch Leute, die mit quasi-religiöser Inbrunst glauben dass Hahnemann recht hatte.

    Homöopathie ist keine Wissenschaft und wird nie eine Wissenschaft sein ohne die Spielregeln der Wissenschaft anzuerkennen. Homöopathie ist ein überteuertes Placebo, das mit einer Menge esoterischem Geschwätz serviert wird.

  43. ..also, dieses Wassergedächtnis ist doch eine fantastische Sache, das muss unbedingt genauer erforscht werden!
    Was man damit alles übermitteln könnte; der BND bräuchte keine Microfilme mehr, da würde nur ein Kasten Sprudel den Besitzer wechseln..

    Was mich nur brennend interessiert:
    wie löscht man das wieder?

    Immerhin muss das Wasser doch zuerst das Durchlaufen der Kläranlage vergessen, ehe es die reine, heilende Erinnerung an bunte Blumen im Morgentau aufnehmen und bewahren kann.
    Wie sorgt man dafür, dass das Wasser nur diese Information behält, aber nicht die Info “Glas, Metall, Chlor, Plastikverschluss”, die während der Herstellung auftritt?
    Wie verhindert man, dass diese Wassergedächtnislöschung zwischen Herstellung und Präparateinnahme zufällig auftritt?

    DAS würde mich wirklich zum Thema “von der Scheibe in die Tief gehen” interessieren..

  44. Wenn man unbedingt die Homöopathie nur im Rahmen ihrer selbst testen will, würde es sich ja eine Tierversuchsreihe anbieten:

    Man hat eine Anzahl, sagen wir 100, Kaninchen mit einer kaninchenspezifischen Erkältung o.ä., nichts schlimmes, etwas das auch nach einiger Zeit von selbst wieder heilt (bleiben wir im Rahmen der homäopathischen Voraussetzungen und nicht all zu Grausam gegenüber den Tieren).

    Nun werden 50 der Tiere mit den ‘richtigen/korrekten’ homoöpathischen Globuli behandelt; die anderen 50 Tiere werden als Kontrollgruppe mit Globuli behandelt, die nach homöopüatjischer Lehrmeinung ‘negativ’ wären, den Krankheitsverlauf also verschlmmern würden.

    Der Versuch wäre noch zu doppelblinen, also diejenigen, die die Pflege der Tiere übernehmen, wüssten nicht welche Globuli sie den Tieren verbreichen, das wüsste nur die üergeordnete Versuchsleitung.

    Die Tiere vermutlich auch hinreichend unvoreingenommen…

    Ich sehe im Moment nichts, was diesem Vorgehen im Rahmen der Homöopathie widersprechen sollte. Und als Ausgang hätte man eine gute Vergleichsmöglichkeit, ob nun statistisch signifikant sich die Situtationen der Tiere verbessert/verschlechtert hat, abhängig von der Therapie mit den ‘korrekten’/'falschen’ homöopathischen Medikamenten.

    Allerdings würde ich eine Wette über den Ausgang bereitwillig eingehen…

  45. @chze, falls du es ernst meinst, kommst du dem ganzen schon etwas näher, wenn du bedenkst aus wie viel Prozent Wasser der menschliche Körper besteht. Die Zahl Potenzierung der homöopathischen Mittel gibt dir dann u. a. einen Hinweis, wie lange die Information im menschlichen Körper verweilt.
    Und ja Comicfreak, du meinst es lustig, aber es ist scheinbar so, dass das Wasser all diesen Scheiß speichert. Aber auch auf diesen Nachweis werden wir noch ein paar Jährchen warten müssen. Du willst wissen, wie du die aufgenommenen “Informationen” wieder weg kriegst? Kochen würde ich vorschlagen.
    Aber ich bin schon wieder inkonsequent. Sorry. Ich wollte mich raus halten.

  46. ein sehr schöner und fundierter artikel!
    wer sich in mehr für dieses thema interessiert, den kann ich das buch von ben goldacre “die wissenschaftslüge: wie uns pseudo-wissenschaftler das Leben schwer machen”!

    darin geht er nicht nur auf die homöopathie ein mit aktuellem stand der wissenschaft, sondern zeigt auch, wie einige journalisten, denen es an naturwissenschaftlichen kenntnissen und zeit mangelt, studien falsch wiedergeben, einseitig auswählen und eher zu desinformation beitragen…

  47. @ Verena

    ..auch, wenn ich etwas “lustig” meine, bin ich doch an Antworten interessiert.

    Kochen, okay.
    Wird das Wasser während der Globuliherstellung gekocht? Ab wann nicht mehr? Wieso bleibt nur die erwünschte Info im Wassergedächtnis zurück, nicht aber der Kontakt mit den verschiedenen Behältnissen und Gefäßen, die das Wasser bei der folgenden Potenzierung durchläuft?
    Wie kann das Wassergedächtnis den Wirkstoff transportieren, wenn im Globuli kein Wasser mehr ist?
    Sollte das an der Beschaffenheit des Globulis liegen, weshalb wälzt man den Wirkstoff nicht direkt in Milchzucker?

  48. Liebe Verena, es ist gut, dass Sie zu dem Punkt kommen, den auch Astrid anspricht: Hier geht es ja eigentlich weniger um Homöopathie allgemein, als vielmehr darum, wie darüber objektiv zu berichten wäre. Ganz lassen sich diese Fragen natürlich nicht von einander trennen, aber wir sind uns wohl einig, dass über die Wirksamkeit sehr konträre Ansichten bestehen.

    Ich denke, hier wird der ursprüngliche Fernsehbeitrag zu Recht als sehr dünn kritisiert und man fragt sich, hat sich die Autorin vorher über das Thema Homöopathie oder Malaria informiert?

    Betrachten wir etwa die Aussagen “Nie mehr Malaria”. Der Krankheitsverlauf wurde nicht weiter verfolgt, so ist es also die euphorische und hoffnungsvolle Aussage eines Patienten, dem es nun besser geht. Das findet man – wie ja ihr Fall auch sehr deutlich zeigt, Verana – aber auch in Deutschland. Insoweit liefert der Beitrag hier nichts wirklich Neues.

    In Malariagebieten ist die Malaria häufig eine chronische Erkrankung. Es finden sich Erreger im Blut ohne dass der Patient Symptome zeigt. Symptomatisch erfassbare Schübe treten auf, wenn etwa eine momentane Abwehrschwäche hinzukommt oder ein neuer, mutierter Erreger, was bei Malaria häufig passiert. Malaria wäre also ein gutes Beispiel um über den Einsatz der Homöopathie bei solchen “verdeckten” Erkrankungen zu sprechen. Leider wurden diese, wie auch andere Möglichkeiten des Beitrags verspielt.

    Was hat es denn für einen Wert für den Zuschauer wenn er über Homöopathie in der Form von immer wieder gleichsam aufblitzenden Beiträgen der Form “Hömöopathie wird jetzt auch hier probiert.”, “Und da.”, “Und jetzt dort”, “Und dort auch noch”, informiert wird?

  49. @comicfreak, ich muss gestehen, die Fragen lassen zu meinem Erstaunen auf Mitdenken schließen. Ich bin ja auch nicht frei von Vorurteilen. Nun denn, natürlich wird kein Wasser gekocht bei der Herstellung von Globuli. Die Infos wären ja weg. Man kann übrigens auch Alkohol nehmen. Man könnte auch direkt den Milchzucker nehmen und eine sog. Verreibung herstellen. Führt aber hier alles zu weit. Und da du scheinbar selbständig denken kannst, empfehle ich getrost das Internet zur weiteren Recherche. Dabei wirst du auch auf Studien eines Japaners (genau weiß ich die Nationalität und den Namen allerdings nicht) stoßen, der sich mit dem Thema beschäftigt hat. Hat mich seinerzeit fasziniert (ich bin nämlich ganz und gar nicht kritiklos an die Sache herangegangen).

  50. @Thorsten,
    Homöopathie wende ich inzwischen ganz selbstverständlich an, wie jeder seine Hausapotheke. Ich spüre die Wirkung an mir oder auch nicht, wenn ich das falsche Mittel genommen habe. Dann probiere ich eben ein anderes. Nehme von meinem Arzt ein, was er mir gibt. Es wirkt, oder eben nicht. Wenn nicht, ist eben ein anderes an der Reihe. Wie auch in der Schulmedizin. Aber ich würde nie mit meinem Leben spielen. Schon bei einem Zeckenbiss (einer infizierten Zecke) hört für mich der Spaß auf. Es gibt ein homöopathisches Mittel gegen die Borreliose, keine Frage. Aber meine Angst, dass es doch bei mir nicht wirken könnte, hat auch mich noch in der Zange. Dass doch einige Monate später irgendetwas nachkommt. Aber was um alles in der Welt spricht dagegen, das homöopathische Mittel zu nehmen und gleichzeitig die Schulmedizin mit dem Antibiotikum arbeiten zu lassen? Warum soll ich mir anschließend die Frage stellen, ob ich auch ohne ausgekommen wäre?

  51. @verena, zu Post 49: Komm schon, ein bisschen genauer dürftest Du da bezüglich des Japaners schon werden! Das ist doch auch alles bloß Hörensagen und die hübschen Bilder können genau entgegengesetzt interpretiert werden, wenn man es denn möchte.
    Oder nimmst Du Comicfreak etwa nicht ernst? Lässt sich fast vermuten, so wie Du Dein Erstaunen über die Fähigkeit des Mitdenkens artikulierst… Du dachtest doch nicht wirklich, der einzig denkende Mensch im www zu sein?? Muss man nicht mit-denken können, wenn man sich kritisch mit irgendeinem Thema auseinandersetzt?
    Kennst Du btw. eigentlich das alte Sprichwort “Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast”?
    Zu Post 50, letzte Frage: Und warum nicht?!
    Wenn letztendlich die Homöopathie geholfen hat, warum dann zukünftig ein Antibiotikum nehmen?
    Homöopathie hat bei mir noch nie geholfen. Wahrscheinlich habe ich aus Versehen immer irgend etwas zu mir genommen, dass die Wirksamkeit aufhebt. Kaffee, oder Pfefferminztee, oder die falsche Zahnpasta. Der/Die Behandler/in findet doch immer eine Ausrede, warum es nicht funktioniert. Im Zweifelsfall war es, wie Du, Verena, selbst darstellst, das falsche Mittel und es gibt ja noch Wer-weiß-wie-viele andere Mittel, die ausprobiert werden können. Eins davon wird bestimmt helfen!
    Aus meiner Sicht setzt da Psychologie ein: Wenn ich mir 6 Mal am Tag sage, dass jetzt die Heilung meiner Halsschmerzen einsetzt, weil ich nämlich ein Zuckerkügelchen nehme, dann stärkt allein der Glaube die Abwehrkräfte. Und meistens setzt die Heilung ja tatsächlich irgendwann ein.
    @comicfreak: Menno, jetzt mag ich gar kein Wasser mehr trinken! Fische und Enten sch…. da rein!! Ich glaube nicht, dass das Wasser so viel Enten- und Fischsch… vergisst!

  52. “Nur 80 Cent”… Ich habe in Ghana bei Malaria normale schulmedizinische Präparate von namhaften Herstellern wie Roche etc. für umgerechnet ca 1,50 Euro bekommen, insgesamt 6 Tabletten. (letzter Preis von März 2011) und das waren noch nicht mal die billigsten Präparate und der Apotheker war kein “Apotheker ohne Grenzen” sondern ein normaler ghanaischer Apotheker der damit seinen Lebensunterhalt bestreitet. Paracetamol gibts dort übrigens für 15 Cent für 16 Tabletten dazu.

  53. @ Verena

    ..ach, nachdem du über all die vorgefassten Meinungen jammerst, bekomme ich ein mildes Kopftätscheln für Mitdenken und ein
    “ich war auch Kritiker, da du denken kannst, such bitte selbst!”

    Es wird dich überraschen, aber diese Nicht-Antwort bekommt man auf konkrete Fragen immer.

    Erst sagst du (nachdem du mich als Spaßmacher hingestellt hast), um das tatsächlich existierende Wassergedächtnis zu reinigen, soll man es mit kochen probieren.
    Dann war kochen plötzlich nur Spaß, außerdem muss doch gar kein Wasser genommen werden, und ich soll mich selbst überzeugen gehen.

    Mit Verlaub, so spricht der Pastor an Mariä Verkündung.

    Ich habe konkrete Fragen zur Herstellung gestellt, die in Widerspruch zur homöopathischen Erklärung zu stehen scheinen, und hätte darauf gerne die Antwort eines kritischen Insiders, der du ja bist.
    Bei deiner Intelligenz hast du doch sicher ähnliche Fragen gestellt, was hat dich überzeugt?

    Sollte dein kritischer Geist statt Überzeugung durch Argumente eine Glaubenserleuchtung gehabt haben (was für den Betroffenen ja nichts schlechtes ist), dann gib wenigstens die ultimative Antwort
    “Magic man does it!”
    Damit könnte jeder hier leben.

  54. @comicfreak, die Antwort ist einfach zu umfangreich. Trägersubstanz kann, aber muss nicht Wasser sein. Aber dieses Forum hatte zu Anfang eine andere Fragestellung. Deshalb ist dies einfach nicht der Ort für weiterführende Erklärungen. Aber der mündige Mensch kann sich informieren. Ich habe schon einmal erwähnt, dass es sonst auf missionieren herauskommt. Und bei dem Kochen hast du wohl etwas falsch verstanden. Damit war das Löschen der Informationen im Wasser gemeint. Denn mit den weitergehenden Informationen die ich bis jetzt drüber gefunden habe rückt die Esoterik mir zu dicht auf den Pelz. Das ist ein Gebiet, das ich nicht mehr an mir selbst überprüfen kann.

    Den Namen habe ich dir aber noch im Netz gesucht: Dr. Masaru Emoto. Aber schon jetzt sage ich lieber dazu, dass dir auf der weiteren Suche bestimmt 70% Esoterik entgegen schwappen wird. Die würde ich erst mal ausgeklammert lassen.

  55. Setz sie doch nicht so unter Druck, lieber Comicfreak. Im Endeffekt ist es doch egal, was sie warum (und das ist tatsächlich das richtige Wort) glaubt, weil wenn sie oder alle anderen Homöopathie Patienten glauben, es funktioniert (und seis nur aufgrund des Placebo Effekts) dann seis drum. Allerdings ist die arrogante Art die manche Homöopathie Vertreter haben, also Arrogant im Sinne von, Kritiker verstehen alles einfach nicht, Erde ist eine Scheibe etc… nervig, genau wie die Argumentationketten im Grunde einfach auch bloß nervig sind. Ab und an auch blöd ;)

  56. ..bitte im Chor:

    “Magic man does it!”

    Verena, ich HABE mich informiert; außerdem erfinde ich viel schneller die Wirksamkeit von Homöopathie “beweisende” vordergründig-glaubhafte Ausreden als jeder Homöopathie-Nutzer/Verabreicher/Hersteller, und DAS finde ich richtig gruselig.

  57. @ Timo

    ..theoretisch stimme ich dir zu;
    praktisch kenne ich reale Leute, auch Erzieherinnen, die den ganzen Hokuspokus auch im Hort tratschen, ihre Kinder mit einer Homöopathie-Hausapotheke losschicken und Arnikaglobuli an Kinder verteilen, samt Glaubensgerüst.

    Ein Kind, das per Wecker an der Armbanduhr 7x täglich an die Einnahme verschiedener Wirkstoffglobuli erinnert wird, ist zwar kerngesund (was erfreulich ist), bekommt aber bei gebracht, sich schwer krank und von Medikamenten abhängig zu fühlen.

    DAS ist Körperverletzung, gegen die das Jugendamt nichts ausrichten kann!

  58. Es freut mich, Verena, dass Sie der sog. Schulmedizin offen gegenüberstehen. Gerne gehe ich auf Ihre Fragen ein:

    “Aber was um alles in der Welt spricht dagegen, das homöopathische Mittel zu nehmen und gleichzeitig die Schulmedizin mit dem Antibiotikum arbeiten zu lassen?”

    In den allermeisten Fällen vermutlich gar nichts. Man müsste höchstens bei einigen sehr niedrigen Potenzen grundsätzlich darauf achten, dass nicht der noch enthaltene Wirkstoff schädlich ist oder die Behandlung behindert.

    “Warum soll ich mir anschließend die Frage stellen, ob ich auch ohne ausgekommen wäre?”

    Das müssen sie sicherlich nicht. Ich sehe nicht, was – unter dem obigen Caveat – dagegen sprechen würde, wenn Sie zusätzlich Homöopathika nehmen. Ich glaube kaum dass hier irgendjemand ist, der Ihre Wahlfreiheit einschränken will.

    Es ist nur so, dass die Diskussion auch um die Frage kreist “Wirken Homöopathika?” Um darüber zielführend diskutieren zu können, muss man sich aber zuerst über die Begrifflichkeiten klar werden. Was genau wollen wir hier unter “wirken” verstehen?

    Wenn Sie sagen, Sie nehmen ein Präparat und wenn es nicht hilft, dann wechseln sie solange zu einem andern bis Sie sich besser fühlen, irgendwann passiert das und das ist, was Sie mit “Wirksamkeit” meinen, glaube ich, wird Ihnen kaum jemand widersprechen wollen, dass die Homöopathie als Ganzes in diesem Sinne für Sie wirkt.

    Es sollte aber auch klar sein dass jemand, der insbesondere bei Epidemien in der Verantwortung steht, geeignete Maßnahmen gegen eine Krankheit zu empfehlen andere Ansprüche stellen muss. Patienten haben ein Recht darauf im Voraus zutreffend aufgeklärt zu werden, insbesondere darüber, was in vergleichbaren Fällen sich als die (statistisch) erfolgreichste Behandlung erwiesen hat.

  59. Lieber Jonas Schaible,

    kurzer Hinweis auf eine Analyse des Textes von unserer Seite aus. Wir kommen zum selben Schluss.

    http://www.medien-doktor.de/sprechstunde/naiver-medizinjournalismus-auf-tageschau-de/

    Man muss gar nicht für oder gegen Homöopathie sein, rein journalistisch betrachtet, ist der Artikel ein Unding.

    In Deutschland während die Behandlung der Malaria mit Homöopathie ein Fall für die Justiz. Der Witz ist: Die HOG distanziert sich von dem Artikel und weist darauf hin, dass Krankheiten wie Malaria auf keinen Fall mit homöopathischen Mitteln behandelt würden.

  60. @Thorsten, auch bei homöopathischen Mitteln kann man nicht wahllos wechseln. Und je nach dem, was ich erreichen möchte, ist die Wirkung unmittelbar nach Einnahme zu spüren. Hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Deshalb auch immer ein erfahrener Arzt, wenn es über bestimmte Potenzen hinausgeht. Und das ist das eigentliche Problem. Die niedrigen Potenzen hat der Körper in ein paar Stündchen abgebaut. Die Hochpotenzen (garantiert mit heutigen Methoden nicht mehr nachweisbar) können so tief eingreifen, dass dies nicht in die Hand von Laien gehört.
    Auch ich bin deiner Ansicht, dass Epidemien nach dem aktuellen Wissensstand behandelt werden sollten. Schon die Anamnese würde den Rahmen sprengen. Individuell kann ja der einzelne für sich entscheiden, ob er zusätzlich homöopathische Mittel nehmen möchte. Aber wenn es noch kein schulmedizinisches Mittel gibt, das zuverlässig anschlägt, oder vielleicht bei einigen Patienten nicht hilft, oder der Erreger inzwischen Resistenzen entwickelt hat, dann sollte der Weg nicht verbaut sein, mit einem Homöopathen zusammen zu arbeiten. Auch in den Fällen, in denen ein Schulmediziner mit Medikamenten arbeiten muss, die extreme Nebenwirkungen haben. Dann kann er doch – zum Wohl des Patienten – versuchen (lassen), diese mit Homöopathika abzuwenden. Und versuchen schreibe ich bewusst, da auch die Homöopathie – wie auch die Schulmedizin irgendwann an ihre Grenzen stößt.

  61. Verena,
    ich lese schon die ganze Zeit mit, und stelle fest, dass deine Argumentation so langsam aber sicher in die Richtung geht “mag ja sein, dass es wenig nutzt, aber es schadet auch nicht”. Das ist ähnlich, als wenn ein gläubiger Mensch neben seiner schulmedizinischen Behandlung für seine Heilung betet. Und da auch hier ein sehr starker Placebo-Effekt wirkt, haben die Menschen dann oft das Gefühl, dass die zusätzliche Medizin/Gebet/Zauberformel/was auch immer den Ausschlag für die Heilung gegeben haben.

  62. Das muss natürlich heißen: “In Deutschland wäre die Behandlung der Malaria” bitte korrgieren und diesen Kommentar hier löschen. Danke.

  63. @simone, sorry so sollte es nicht klingen. Denn in der Regel wirkt Homöopathie sehr gut. Und ich gebe bei den Krankheiten, die den Menschen üblicherweise begleiten der Homöopathie den Vorrang. Doch wenn z. B. die Ursache für einen Bluthochdruck nicht gefunden und mit Homöopathie oder sonst irgendwie beseitigt werden kann, ist es einfach logisch, verantwortungsbewußt und für mich ohne Widerspruch klar, dass ich einen (z. B.) Beta-Blocker benötige. Das wird mir auch mein (homöopathischer) Arzt raten. Aber ich verstehe deine Argumente, da ich auch in meinem Leben Phasen durchlaufen habe, in denen ich nichts über Homöopathie wusste. Mir auch nicht vorstellen konnte, damit jemals was zu tun zu haben. War nur ein Zufall. Erst im Nachhinein, weil mich die Wirkung überraschte, habe ich begonnen, mich in das Thema hineinzufinden. Ich bin leider ein kritischer Mensch und hinterfrage alles. Das Wort “Warum” muss das erste gewesen sein, das ich benutzte. Deshalb auch die Frage: “Hast du Beweise für deinen letzten Satz?” Es sind Vermutungen. Was die Homöopathie in meinem Fall betrifft, ist es eigene (kritische) Erfahrung. Aber ich verlange nicht, dass das jemand nachvollziehen kann. Er soll es lediglich als möglich stehen lassen. Denn alle sog. Gegenbeweise sind lediglich Theorie.

  64. Ach ja, jetzt versuche ich, wirklich konsequent zu sein. Es gibt noch ein Leben außerhalb dieses Kastens. Und vor allem weitaus größere Probleme auf dieser Welt.

  65. “Denn alle sog. Gegenbeweise sind lediglich Theorie.”
    Alle dafür doch auch.

  66. Ich habe gerade angefangen, bei Wikipedia über diesen Dr. Masaru Emoto zu lesen.
    Da braucht der Mensch noch nicht einmal sonderlich kritisch zu sein, um in herzhaftes Lachen auszubrechen.
    Nur zwei Zitate:
    “Emoto beschäftigt sich seit Anfang der 1990er-Jahre mit Wasser. Er vertritt die Auffassung, dass Wasser die Einflüsse von Gedanken und Gefühlen aufnehmen und speichern könne. Emotos Behauptungen bilden zusammen mit weiteren als para- bzw. pseudowissenschaftlich bezeichneten Ansätzen von Viktor Schauberger, Johann Grander u. a. die Ausgangslage für die Behandlung, Herstellung und Vermarktung von sogenanntem „belebtem“ Wasser.

    Emoto fotografiert Wasser während es gefriert und beurteilt anhand von ästhetisch-morphologischen Kriterien den entstehenden Eiskristall. So versucht er einen Zusammenhang zwischen dem Aussehen des Eiskristalls und der Qualität bzw. dem Zustand des Wassers darzustellen.”
    “Emotos Annahmen stehen in erheblichen Widerspruch zu bestehenden Erkenntnissen der Wasserchemie und -physik. Insbesondere seine Methodik kann nach den für die Wissenschaft geltenden Qualitätsanforderungen nicht bestehen. Da sich seine vermeintlichen Erkenntnisse weder logisch noch empirisch nachvollziehen lassen, werden seine gedanklichen Konstrukte von der Fachwelt nicht ernstgenommen.”
    @Verena: Ich bin definitiv dein wandelnder Erfahrungs-Gegenbeweis. Und ich verwahre mich dagegen, als Theorie betrachtet zu werden, da ich ein ganz lebendiger Mensch bin.
    Ach, das will sie ja gar nicht mehr lesen, schade…

  67. ..also alle im Chor:

    “ich habe einen kritischen Geist und frage warum,
    drum frag du mich nicht, denn magic man doee it!”

  68. *mitComicfreakmitsingend*

    “…und ich glaube nicht alles, was mir erzählt wird,
    ich denk drüber nach,
    denn nicht alles stimmt so, denn magic man doeeessss ist!”

  69. Danke für diesen Bericht. Ich bin selbst noch vor Kurzem in Sierra Leone gewesen: Anstatt den Menschen Moskitonetze zu geben, wird die “traditionelle Medizin” (mit teilweise fatalen Nebenwirkungen) durch Homöopathie ersetzt. Viele Menschen dort glauben auch daran, das rote Pillen besser wirken als weiße… .

    Warum testen diese Menschen Präparate in Sierra Leone???

  70. Mein Gott,

    bin ich froh, dass ich nie krank bin. Scheint für manche ja echt mühsam zu sein; oder ein Hobby, je nachdem.

  71. Wirklich Nett! Gefaellt mir! Wo ist der Like Button fuer Facebook?

  72. @Thorsten – Samstag, 4. Juni 2011 22:56 – das ist ein wunderbarer Hinweis darauf, warum niedergelassene Ärzte (und auch kaum Apotheker) niemals alle möglichen Wechselwirkungen kennen und daher auch nicht vorausschauend berücksichtigen können. Ich habe aus eigener Skepsis hier Online-Ressourcen zu Arzneimittel-Neben- und -Wechselwirkungen zusammengetragen.

  73. Pingback: Missverständnisse über Homöopathie « Die Ausrufer

  74. Liebe Diskussionspartner, alle wissen so viel, aber keiner ist darin ausgebildet. Ich bin Techniker und kein Heilpraktiker, also medizinisch nicht weiter ausgebildet. Ich bin über die Ernährungslehre nach Dr. Bruker zur Homöopathie gekommen. Aber bereits mit der Ernährungsumstellung (tierisch eiweißfrei) konnte ich erst einmal zwei meiner drei Mädchen von der Neurodermitis in 6 bzw. 9 Wochen befreien. Danach habe ich mich bei der GGB in Lahnstein ausbilden lassen. Später ging es mir selbst, mit 64 Jahren, nicht so gut (habe mich ja auch 57 Jahre falsch ernährt). So habe ich mich in Meißen / Sachsen (Geburtsort von Hahnemann) in Homöopathie ausbilden lassen und mich in einem Jahr wieder flott gemacht. Wenn mann gut ist und sich möglichst nur mit Homöopathie befasst, so meine ich, kann man fast alles heilen. Als Lehrgeld habe ich mich aber auch später 1 Jahr, durch zu viel Medikamente, an den Stock gebracht und Niemand konnte mir helfen. Dann habe ich meinen Lehrstoff noch einmal gründlich studiert und innerhalb von 4 Wochen war ich wieder o.k.. Also nur Mut ihr zweifelhaften Mediziner, die Pharmaindustrie hat Angst, darum immer wieder die Sperrfeuer. Grüße B.F. aus Dresden

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