Ein Hallo und Links zu Ägypten

Hallo. Es wird jetzt fürchterlich selbstreferentiell.

Frohes neues Jahr.

Das wollte ich eigentlich schon vor einem Monat schreiben, aber ich habe noch nicht mal das geschafft. Oh je, ein ganzer Monat ohne Artikel, das gab es, wenn ich mich recht entsinne, auch noch nicht hier. Abgesehen von Uni-Pflichten fehlten mir in den letzten Wochen irgendwie die Themen und es fehlte auch die Muse, zu bloggen.

Ich weiß, ich weiß, in Blogs muss gar nicht alles auf Anhieb vollständig durchdacht und durchrecherchiert sein. Trotzdem passiert es mir in letzter Zeit immer häufiger, dass ich Texte anfange, aber nicht beende oder nicht veröffentliche, weil ich nicht zufrieden bin damit. Weil ich nicht sehe, wieso das, was ich schreibe, relevant ist oder neu. Oder auch nur gut geschrieben.

Und je mehr Zeit vergeht, desto weniger nützlich erscheinen mir meine entstehenden Artikel. Aber, man kann ja versuchen, sich selbst zu täuschen. Das hier ist also der berüchtigte erste Strich auf dem weißen Blatt 2011.
Jetzt ist der Blog sowieso beschmutzt, da kann es ja vielleicht weitergehen.

Immerhin geht beim-wort-genommen jetzt auch schon ins dritte Kalenderjahr 1 – und hat ein Jahr hinter sich, das zumindest phasenweise ein klein wenig turbulent war.

An dieser Stelle möchte ich übrigens eine schöne Sitte aus anderen Blogs aufgreifen und mich ganz herzlich bei allen bedanken, die bisher hier mitgelesen und vor allem kommentiert haben 2. Ich glaube, ich habe das noch nie gemacht, aber ich freue mich wirklich immer wieder, wenn ich feststelle, dass trotz all der Pausen und Lücken, trotz des Default-Layouts und meiner manchmal missmutigen Kommentare Leute das hier lesen.

So.

Zum Schluss einige Links, wild durcheinander.

Wer wissen will, was in Ägypten passiert, dem seien folgende Seiten empfohlen.

  • Der Guardian kann nicht nur geleakte Dokumente schön aufbereiten, er beherrscht auch das Internet wie kaum eine Zeitung sonst und berichtet, oft mit Live-Tickern, über die Geschehnisse.
  • In Ägypten gesperrt, von der ARD gelobt, im Netz on air: Al-Jazeera English
  • Eine ungewöhnliche Stimme aus Ägypten: Journalist und Blogger Richard Gutjahr ist spontan nach Kairo geflogen und bloggt und twittert von dort.
  • Apropos Twitter: Einschlägig sind vor allem die Hashtags #jan25 und #egypt.

    Außerdem:

  • Karl-Theodor zu Guttenberg hat bereits am Freitag in Davos in Bezug auf die Proteste in Tunesien und Ägypten von einer Gefahr eines “infektiösen Moments” gesprochen, berichtet Reuters.Weitgehend friedliche Proteste und Demonstrationen in einem nicht freien Land gleichsam als ansteckende Krankheit zu bezeichnen, ist schon starker Tobak. Ich habe das Verteidigungsministerium bzw. zu Guttenberg um eine Stellungnahme gebeten, aber bisher keine Antwort erhalten.
  • Die ägyptische Armee wird, so ein Sprecher, nicht auf die Demonstranten schießen. Das ist bemerkenswert.
  1. Ich tue einfach so, als hätte es den Januar nie gegeben
  2. Ok, bei fast allen.
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Datum: Dienstag, 1. Februar 2011 19:35
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: In eigener Sache, Linkempfehlung

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5 Kommentare

  1. 1

    nabend jonas. erstmal schön, dass dein blog noch lebt..
    ja naja.. – man kann sich drüber streiten, aber ein “infektiöser Moment” mag zwar mit “ansteckend” gleichbedeutend sein aber doch noch lange nicht eine “Krankheit” implizieren. Herr von und zu Guttenberg wollte (in meinen Augen) lediglich damit sagen, das die anfänglichen Proteste in Tunesien eine Welle loslös(t)en, die bald u.U. in manch anderem nordafrikanischen Land für ähnliche Zustände sorgt. Sehe darin keinerlei Wertung bezüglich der aktuellen Geschehnisse.
    guten gruß, simson

  2. 2

    Hallo Jonas!

    Noch bevor ich den ganzen Artikel gelesen habe (schäm!) nur kurz: Das Phänomen “wie nützlich sind meine Artikel” ist scheinbar eins, das uns allen – nach der ebenfalls scheinbar allgemeingültigen Euphoriephase – gemein ist. Will sagen: Denk nicht drüber nach. Schreib weiter! (Und ich lese jetzt den Rest des Artikels.)

  3. 3

    Welcher Blogger kennt diesen Moment nicht? Vielleicht hilft dir das: Es lesen und schätzen dich mehr Leute, als du denkst. Dass sie nicht oft kommentieren, liegt mit daran, dass das inhaltliche und sprachliche Niveau hier so hoch ist, dass man glaubt, sich mit einem Kommentar nur zu blamieren. Oder einfach nichts hinzuzufügen hat.

  4. 4

    @simi: Naja, er sagt, man sehe das mit Sorge, er sehe ein “Risiko” – die Infektion ist also gefährlich. Diese Aussage ist nicht dekriptiv, sondern normativ, also wertend. Und so sehr man sich hinsichtlich der Stabilität in der Region und hinsichtlich der künftigen innen- wie außenpolitischen Haltung einer neuen Regierung sorgen kann, so vielsagend ist es dennoch, Demonstrationen und politischen Protest – klassische und demokratietheoretisch als wünschenswert geltende Formen der politischen Partizipation – als ansteckendes Risiko zu bezeichnen.

    @uli: Huch, so ein großes Lob. Vielen Dank! Ob es hilft, weiß ich noch nicht, ich freue mich aber auf jeden Fall :)

  5. 5

    Schön, mal wieder etwas hier zu lesen! Und es ist wie immer schön zu lesen…
    Bei meinem unregelmäßigen, aber intensiven Vorbeischauen habe ich mich schon über die schriftliche Stille gewundert, du hattest wohl viel zu tun in letzter Zeit.
    Aber umso besser, solch neue Beiträge zu entdecken – brisant ist das Thema ja allemal. Und was unser Herr von und zu dazu abzugeben hat … Kommentarlos.

    Bester Gruß auch an Kefo!

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