Musikindustrie: “Kinderpornographie ist großartig”

Christian Engström, schwedischer Piratenpartei-Abgeordneter im Europaparlament, schreibt auf seinem Blog über die aktuellen Sperrpläne von etwa Cecilia Malström. Seinen Artikel vom 27.04.2010 beginnt Engström mit einer Aussage von Johan Schlüter. Schlüter ist Anwalt, der eigenen Angaben zufolgeAntiPiratGruppen” betreut, einen Zusammenschluss verschiedener dänischer Vereinigungen von so genannten Rechteinhabern (Musikindustrie, Filmnindustrie, Komponisten etc.).

Und was hat dieser Johan Schlüter auf einem Seminar der Amerikanischen Handelskammer nun Bemerkenswertes gesagt? Frei übersetzt (im Original hier):
“Kinderpornographie ist großartig. Großartig deshalb, weil Politiker Kinderporngraphie verstehen. Indem wir diese Karte ausspielen, können wir sie dazu bringen, dass sie anfangen, Internetseiten zu sperren. Wenn sie einmal so weit sind, können wir sie dazu bringen, Filesharing-Seiten zu sperren.”

Und weiter zitiert Engstörm:
“Eines Tages werden wir einen gigantischen Filter haben, den wir in enger Zusammenarbeit im IFPI und MPA [Weltverband der Phonoindustrie; US-amerikanischer Verband der Filmindustrie. Anm. J.S] entwickeln werden. Wir beobachten Kinderpornographie im Netz genau, um Politikern zeigen zu können, das Filter etwas bewirken. Kinderpornographie ist ein Thema, das sie begreifen.”

In dieser Deutlichkeit hat bisher meines Wissens kein Lobbyist der Rechteinhaber das Ziel formuliert, Internetsperren über das Trojanische Pferd Kinderpornographie einzuführen. Es scheint so, als seien Schlüter und Konsorten auf einem guten Weg.

Ähnlich erstaunlich wie die unverblümten Aussagen selbst ist indes, dass sie Engström zufolge am 27.05.2007 getätigt wurden – also vor drei Jahren. Warum ist davon erst jetzt zu lesen?

via netzpolitik

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Datum: Mittwoch, 28. April 2010 14:10
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