Im Westen viele Fehler
DerWesten hat ein Interview mit Waldemar Hartmann geführt. Darin erzählt er, warum er Sportjournalist geworden ist; außerdem spricht er über sein Kabarett-Programm. Das alles ist nicht so richtig spektakulär, allerdings kommt beim Lesen die Frage auf, was genau der zuständige Redakteur beim Redigieren eigentlich gemacht hat. Redigiert hat er jedenfalls nicht.
Dass versucht wurde, Hartmanns Dialekt auch in der Transkription Rechnung zu tragen, ist in Ordnung. Dass sehr sehr viele Sätze mit „und“ beginnen und viele Sätze eher abgehackt klingen, liegt vielleicht an Hartmann selbst und daran, dass die Redaktion nicht so viel am Originaltext verändern wollte. Geschenkt.
Aber so viele Fehler sollten in einem redigierten Text nun wirklich nicht zu finden sein.
Der [Rudi Völler, Anm. von bwg.de] ist ja damals auf Dellinger und Netzer losgegangen.
Der Name ist falsch geschrieben: Delling.
Das war wie ne Situation wie die, als das Tor in Madrid beim BVB-Spiel umgefallen ist.
Ein Wort („wie”) ist zu viel.
Aber ich schon auch so’n paar Sendungen, die ein bisschen mehr waren als ein normales Interview.
Es fehlt ein Verb.
Wir haben damals 40 Minuten überzogen, weil alle begannt vor dem Fernseher saßen, auch die Sendeleitung.
Ein Wort ist völlig falsch geschrieben.
Und dann auch so manches Gespräch, das ich mit Hoeness geführt habe. Das waren schon immer welches, wo es schon gefunkt hat.
Der Name ist falsch geschrieben (Hoeneß) und eine furchtbar falsche Relativsatz-Konstruktion.
Sie haben ein Buch veröffentlich „Born to be Waldi”.
Es fehlt je ein Buchstabe und ein Satzzeichen.
Die Idee ist entstanden, als ich mich mit Frank Elstner vor eineinhalb Jahren nach einer Sendung zusammengesessen bin. Wir haben über alte Geschichten gesprochen. Und der Unterhaltungschef des Südwestfunks sagte damals, Sie müssen Ihre Geschichten mal alle aufschreiben. Und Frank sagte: Ne, Du musst sie erzählen. Das war so mal der erste Gedanke. Und dann hat mir Harald Schmidt bei der Olympiade in Peking da gleiche sagt.
Ein Wort („mich”) ist zu viel, es fehlen zweimal Anführungszeichen und es fehlt ein Buchstabe.
Und das sind ne ganze Menge an Geschichten…
Die Verbform ist falsch, denn eine Menge „ist”.
Den [Stefan Reuter, Anm. von bwg.de] kannte ich ja noch als 17-Jährigen, als er beim Club in die Bundesliga gekommen ist. Und besucht mich heute noch bei Geburtstagsfeiern oder bei meiner Hochzeit.
Es fehlt ein Wort, genauer das Subjekt.
Doch habe ich auch zu den handelnden Personen einen Draht. Josef Schneck.
Ein Name steht nach einem Punkt als eigener Satz. Hier fehlen so einige Satzteile.
Zu Watzke habe ich weniger Kontakt. Kloppo natürlich auch. Über die Zeit, etwa auch Jürgen Kohler, Thomas Helmer. Meistens die, die von Bayern zum BVB gekommen sind.
Ein Verb fehlt – und dadurch wird der Bezug unklar: Hat Kloppo nun zu Watzke wenig Kontakt oder zu Hartmann? Der folgende Satz ist völlig fehlkonstruiert,
Und da hab ich dann auch meine Maul zu weit aufgerissen.
Ein Buchstabe ist überschüssig.
Hier kommen sie, weil sie mich sehen wollen, zahlen und wollen nicht irgendein Sportevent.
Dieser Satz ist ebenfalls völlig fehlkonstruiert.
Weihnachten werde ich dann feststellen: Schaffe ich das? Oder ist es mir – auch physisch – zu heavy? Dann sage ich, wir treten kürzer.
Auch hier sind die Bezüge seltsam: Hartmann sagt, er werde feststellen „ob” es ihm zu viel ist, wobei er feststellen müsste, „dass” es zu viel ist – oder eben nicht. Und dann wird „er” feststellen, dass „sie” (Wer?) kürzer treten.
Wie so etwas passieren kann, ist ein Rätsel. Zumal es sich um eine Vielzahl von verschiedenen Fehlern handelt, die nicht alle mit Tippfehlern erklärbar sind.
Aber wenigstens in einer Sache kann man beim Westen sicher sein: An einer abgeschriebenen dpa-Meldung liegt es nicht…
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via bildblog