Obama gewinnt Friedensnobelpreis 2009
Die Meldung kam eben im Deutschlandfunk: Barack Obama gewinnt den Friedensnobelpreis 2009. Jetzt meldet es auch unter anderem die Zeit unter Berufung auf die dpa.
Das Kommittee ehrt den US-Präsidenten für seine “außergewöhnlichen Bemühungen, die internationalen Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen Völkern zu stärken”. Besonders seine Anstrenungen, eine atmowaffenfreie Welt zu schaffen, seien positiv gewertet worden.
Die Entscheidung ist durchaus überraschend. Dass der amtierender Präsident, der zudem erst seit einem Jahr im Amt ist und dessen Armee gerade Krieg führt, diese mit einer Million Euro dotierten Auszeichnung erhält, war nicht unbedingt zu erwarten.
Mich beschleicht da ja sehr das Gefühl, dass diese Auszeichnung noch weitaus politischer ist, als es der Friedensnobelpreis ohnehin schon ist – es scheint mir darum zu gehen, Obama noch mehr Autorität zu verleihen, ihn zu stützen. Gerade derzeit, da er mit seiner Gesundheitsreform aufgrund fehlender Unterstützung seiner Demokraten zu scheitern droht, da sich Afghanistan zuspitzt, da sich Gespräche mit dme Iran abzeichnen und da manch einer auch das Scheitern Chicagos bei der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2016 als Niederlage Obamas werten möchte – gerade in diesen Tagen ist der Friedensnobelpreis eine Auszeichnung, die Obama schützen und seinen Standpunkten zusätzliches Gewicht verleihen kann. Und soll, so ist zu vermuten.
Freitag, 9. Oktober 2009 14:42
Ich war auch total überrascht. Aber ich sehe das ähnlich wie du geschrieben hast. Es ist ein sehr politischer Award dieses Jahr. Es ist zum einen eine Abrechnung mit dem Bush Regime als auch eine Stärkung für Obama und ein Signal. Ein Signal, dass man in Zukunft auch wieder Hoffnung auf eine bessere weil friedlichere Politik hat.
Montag, 12. Oktober 2009 14:06
Vorschusslorbeeren für einen, der viel erreichen will und es hoffentlich auch schaffen wird. Nur ist das politische System der USA so ausgecheckt und -balanciert, dass seine Gesundheitsreform wohl nicht sehr bald (wenn überhaupt)durchkommt und auch mit den Problemen im Nahen Osten wird er noch einiges zu tun haben. Da können nicht nur brilliante Reden helfen.
Aber andererseits: Wer hätte den Friedensnobelpreis denn sonst erhalten soll? Wieder jemand, der irgendwo in Afrika Bäume pflanzt (siehe 2004)?
Montag, 12. Oktober 2009 23:12
“…in Afrika Bäume pflanzt.” Haha!
In der FAZ stand: Nobelpreis für Versprechungen”.