Beiträge vom 24. September 2009

Schnell verlinkt (1)

Donnerstag, 24. September 2009 17:57

Blogjournalisten: Die journalistischen Tagelöhner – Feste Freie bei den Öffentlich-Rechtlichen

Zeit-Online (und viele andere): Karlsruhe stoppt ausländerfeindliches NPD-Plakat

Thema: Schnell verlinkt | Kommentare (0) | Autor: Jonas Schaible

Grünes Schäublonen-Plakat: Ist das noch guter Stil?

Donnerstag, 24. September 2009 5:47

Was ist von diesem Grünen-Wahlplakat zu halten?

Ich bin ja schon immer und absolut grundsätzlich gegen Negativ-Wahlkampf. In meinen Augen sollten Parteien und Kandidaten erklären, warum man sie wählen sollte und nicht, warum man nicht die anderen wählen sollte und stattdessen vielleicht sie, weil sie weniger schlecht sind. Da klingt schon die Beschreibung wenig überzeugend…

Erstens ist es einfach schlechter Stil, den politischen Gegner madig zu machen, und zweitens weist eine so destruktive Wahlkampfstrategie nicht gerade auf große inhaltliche Tiefe der eigenen Argumente hin. Wer überzeugende Inhalte hat, muss nicht agitieren. Und wer es doch tut, disqualifiziert sich selber. Davon bin ich überzeugt.
Und jetzt Schäuble.
Mist.
So schnell können Prinzipien ins Wanken geraten. Denn eigentlich bin ich kein Freund von Wolfgang Schäubles Sicherheitspolitik; ich glaube auch, dass sich zu wenige Menschen wirklich Gedanken darüber machen, was mit ihren Daten geschieht, dass zu viele die Mahnungen der Kritiker als Verschwörungstheorien abkanzeln und dass die in den letzten Jahren eingeleiteten Maßnahmen zur Überwachung stärker thematisiert werden sollten; ich fand im Übrigen den Schäuble-Remix-Wettbewerb oft amüsant, manchmal grandios und immer in Ordnung.

Und trotzdem kann ich mich mit dem Grünen-Plakat nicht anfreunden. Es ist etwas anderes, wenn einige erzürnte Bürger die Schäublone entwerfen oder in der Freizeit Stasi-2.0-Shirts tragen oder ein Wahlplakat satirisch umgestalten, als wenn es eine im Bundestag vertretene Partei tut.
Das gehört sich nicht, das ist populistisch und einer vernünftigen Debatte hinderlich. Es ist außerdem in meinen Augen noch einmal wesentlich heikler, hier Schäuble als Person anzugreifen und nicht das Thema Überwachung an sich. So handhaben es die Grünen ja auch beim Thema Atomkraft, das sie in Anspielung auf die schwarz-gelben Warnzeichen mit einer Warnung vor Schwarz-Gelb verknüpfen. Solange es rein thematisch bleibt, ist so etwas in Ordnung. Aber eine Person so direkt anzugehen, geht zu weit.
Dieses Plakat war ein Fehlgriff.

Thema: Nebenbei bemerkt, Wahlkampf | Kommentare (1) | Autor: Jonas Schaible

Linkempfehlung (2): Hexenjagd in Kenia

Donnerstag, 24. September 2009 5:16

Diesmal gibt es schwere Kost: Am vergangenen Sonntag sendete der ohnehin immer hochgradig empfehlenswerte ARD-Weltspiegel (Sonntag, 19.20 bis 20.00 Uhr, ARD) einen, nun, hochgradig empfehlenswerten Beitrag mit dem Titel “Kenia – mörderischer Hexenwahn”. Darin berichtet Jochen Hütte über die immer noch existierenden Hexenjagden in Kenia.
Zwar scheint sich die konkrete Geschichte, die der Weltspiegel erzählt, bereits im Jahr 2008 zugetragen zu haben – das jedenfalls legen verschiedene Zeitungsberichte über eine Mordwelle und ein angebliches Hexenbuch bei Kisii nahe -, doch war mir das Phänomen bisher nicht bekannt.
Dass Geisterkulte und der Glaube an Okkultes in Afrika auch heute noch verbreitet sind, ist genauso wenig neu wie die Verfolgungen von Albinos: aber wirklich zu sehen, wie eine Horde mordlüsterner Menschen mit Knüppeln und brennenden Ästen auf vermeintliche Hexen losgeht, schockiert.
Ansehen und auch die unten verlinkten Artikel lesen.

Weltspiegel-Beitrag als Video und als Transkript

Außerdem ein weiterführender und ausführlicher Artikel von Marc Engelhardt, der u.a. für die taz und die Berliner Zeitung arbeitet, für welt-sichten: Hexenjagd in Afrika

Und, etwas weg von der Thematik “Hexerei”: eine Reportage von Wolfgang Bauer aus dem Jahr 2003 über “Kettenmenschen” in Afrika.

Thema: Linkempfehlung | Kommentare (2) | Autor: Jonas Schaible

Linkempfehlung (1): SPD will Presse retten

Donnerstag, 24. September 2009 3:39

Spiegel-Online berichtet über so absurde wie diffuse Pläne der SPD, den Qualitätsjournalismus, also den Printjournalismus, zu retten. Macht man derzeit ja gerne, da bei der SPD.
Und die SPD möchte den Trend, dass immer mehr junge Menschen das Internet als wichtigste Informationsquelle sehen, “stoppen, wenn er sich schon nicht umkehren lässt”.
Oh weh.

Klicken und lesen.
(Dieser weiterführende Link lohnt übrigens auch einen Klick).

Thema: Linkempfehlung | Kommentare (0) | Autor: Jonas Schaible